Welches sein römischer Lieblingskaiser ist. Was seine T-Shirts kosten. Welche Rolle ein Haarfön bei der ersten Facebook-Entwickler-Konferenz spielte: Fans von Facebook-Gründer Mark «Zuck» Zuckerberg kennen möglicherweise solche Details, die US-Tech-Journalist Steven LevyNewsweek», «Wired») in seinem neuen Buch genüsslich ausbreitet.

Aber selbst die grössten Zuck-Jünger stossen im 688-Seiten-Wälzer «Facebook - Weltmacht am Abgrund» auf eine Episode, die sie so wohl nicht im Speicher hatten. Die Anekdote spielt im Jahr 2010, sechs Jahre nach Facebook-Gründung.

Ein Handy nur für Rechtshänder

Damals war die Firma schon sehr erfolgreich unterwegs, lief aber Gefahr, den Paradigmenwechsel von der Desktop - in die Mobile-Welt zu verpassen. Zu jener Zeit, berichtet Levy, machte sich eine Facebook-interne Geheimtruppe daran, nicht nur ein eigenes Mobile-Betriebssystem, sondern auch ein eigenes Handy zu entwickeln. Deckname: «GFK», die Abkürzung von «Ghost Faced Killer», ein Schurke aus einem Kung-Fu-Film der 80er Jahre.

Das Smartphone-Design legte man in die Hände des Westschweizer Industriedesigners Yves Béhar, der schon für Firmen wie Nike und Puma gearbeitet hatte. Sein kurvig designtes Handy hätte mit einer Art Gaming-Steuerknopf bedient werden sollen, der so konfiguriert war, dass nur Rechtshänder ihn benutzen konnten. «Wir beschlossen, dass wir uns um Linkshänder nicht kümmern wollten», wird ein Insider im Buch zitiert.

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Die Handy-Software hätte Facebook-User in den Mittelpunkt gestellt: «Falls irgendein Fremder einen anrief, würde es vielleicht gar nicht klingeln», berichtet Levy, «dagegen würde es in voller Lautstärke loskreischen, wenn ein Freund anrief oder eine wichtige Nachricht oder ein Foto schickte.» Lohnhersteller Foxconn baute einen Prototypen des GFK-Handys. Dann ereilte Zuck das Fracksausen. Die Investitionen schienen ihm zu hoch, um mit dem Handy im Markt anzutreten. Der Plan war tot. Die Anekdote lebt.

Kaiser, T-Shirts, Haarfön

Apropos, falls zu Beginn ein paar Fragen offen geblieben sein sollten: Zuckerberg hat eine Leidenschaft für die Antike; Augustus ist sein römischer Lieblingskaiser. Zucks immergleiche T-Shirts: Von Brunello Cucinelli, 325 Dollar das Stück.

Der Haarfön an der Facebook-Entwicklerkonferenz: Der war nötig, um die Achseln des supernervösen «Software-Cicero» Mark Zuckerberg trocken zu halten. Das ging offline und ruckzuck.