Facebooks Nachrichtendienst Whatsapp hat in Brasilien ein System gestartet, mit dem Benutzer innerhalb eines Chats Geld an Einzelpersonen oder lokale Unternehmen senden können, wobei Zahlungen – ähnlich einem Foto oder Video – angehängt werden können (zur Ankündigung).

Der Facebook-Messenger verarbeitet die Zahlungen dabei über Cielo, dem grössten brasilianischen Kredit- und Debitkartenbetreiber. Die Nachricht liess die Aktien von Cielo an einem Tag um 30 Prozent in die Höhe schnellen. 

Einsetzbar sind auch Kreditkarten von Mastercard und Visa, sofern von brasilianischen Banken ausgegeben. Die Transaktionen können via Pin-Code oder Fingerabdruck ausgelöst werden.

Erste landesweite Einführung

WhatsApp testete das System schon in kleinerem Rahmen in Indien. In Brasilien folgt nun die erste landesweite Einführung mit der Möglichkeit, ein Unternehmen direkt zu bezahlen.

Wann andere Länder mit dem Whatsapp-Payment bedient werden sollen, gab Facebook nicht bekannt – aber die Ambitionen sind klar: «Wir freuen uns schon darauf, diese Funktion für alle Menschen verfügbar zu machen», so die Mitteilung.

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Zum Start ihn Brasilien erklärte Matt Idema, der Chief Operating Officer der Messenger-Tochter:«WhatsApp wird dort stark genutzt, sowohl von Privatpersonen als auch von kleinen Unternehmen. Wir glauben, dass wir zum Wachstum des digitalen Zahlungsverkehrs, zum Wachstum der digitalen Wirtschaft mit kleinen Unternehmen und zur Förderung der finanziellen Integration beitragen können.»

Die Einführung in Brasilien sei seit längerem geplant gewesen – sie könnte nun aber insbesondere auch Menschen helfen, die während der Coronavirus-Pandemie eingeschlossen sind.

Gebühren für Unternehmen

«Wir können nicht die Art von Interaktionen miteinander haben, wie wir es normalerweise tun würden, wenn Sie jemandem Bargeld leihen oder wenn Sie etwas von einem lokalen Unternehmen kaufen wollen.»

Das System wird Facebook Pay verwenden und für Privatpersonen kostenlos sein, während Unternehmen für den Empfang der Zahlungen eine Gebühr zahlen müssen. Und zwar werde diese Gebühr «ähnlich hoch wie der Betrag, den sie jetzt schon bezahlen, wenn sie eine Kreditkarten-Transaktion akzeptieren».

(reuters/tdr/rap)

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