Es war wohl das günstigste Suchinserat des Jahres. In Davos kündigte Ralph Hamers an, seine UBS sei bestrebt, bestens beleumundete Investment Banker anzuheuern. Die Finanzmedien nahmen die Meldung von Bloomberg TV gerne auf und verbreiteten sie bis nach Australien. Kostenlos.

Ein Paukenschlag zweifellos, der für Gesprächsstoff sorgt. Denn die UBS steht im Investment Banking im Schatten der Grossen wie Goldman Sachs, Morgan Stanley, Citigroup, JP Morgan oder – in der Schweiz – der Credit Suisse. Doch bei der Konkurrenz sind seit Sommer turbulente Flugtage angesagt. Im grossen Stil werden Stellen und Boni gestrichen. Bei Goldman Sachs sind 3000 Banker überzählig, bei Morgan Stanley 1800, bei der Credit Suisse rund 1500 Leute. Ausgedünnt wird in New York, in London, aber auch in Asien. Zudem werden die Boni in der Branche der Dealmaker um 40 bis 60 Prozent zusammengestrichen. Denn das Geschäft gerade bei Corporate Finance ist zusammengebrochen. Tristesse in der verwöhnten Bankbranche. 

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Ken Moelis holt UBS-Mann

Ganz andere Stimmung verbreitet dagegen UBS-Chef Hamers: «Nein, wir sind nicht im Abbau-Modus.» Anheuern will er Topleute vorab in Europa, aber auch in Asien und im Nahen Osten. Allerdings kommt der Fanfarenstoss aus Davos etwas spät. Andere Banken sind bereits seit einem halben Jahr an den Regenmachern dran. Besonders aktiv sind Institute wie Robert W. Baird, Jefferies oder Standard Chartered, die höchst erfolgreich bei der Credit Suisse gewildert haben.

Selbst die UBS, die nun in den Angriff-Modus schaltet, ist im Gerangel um Topleute für Trading, Corporate Finance, Anleihen oder M&A nicht vor Rückschlägen gefeit. Eben vermeldet das Portal «Financial News», Skip Fahrholz, eine langjährige UBS-Grösse, verspüre Lust auf Neues. Er heuert bei Moelis & Company an, der Boutique von Ken Moelis, einem ehemaligen UBS-Topmann. Vor seinem Gang in die Selbstständigkeit hat er das Investment Banking der Grossbank in den USA gross gemacht. Das war vor 15 Jahren.