War Tesla-Chef Elon Musk schon mal an Ihrem Berg oben?
Reto Gurtner: Leider ist der Mann schwer auf den Berg zu locken. Aber vielleicht kriegen wir das mit unserem neuen Projekt ja hin.

Sie planen eine autonome Seilbahn mit Tesla-Philosophie. Wie viel Elon Musk steckt drin im neuen Gondeli?
Da steckt weniger Elon Musk drin, sondern vor allem der Grundgedanke des serbokroatischen Elektrotechnikpioniers Nikola Tesla.

Wir sind gespannt.
Eine traditionelle Seilbahn ist wie ein Förderband, es läuft immer – ob es nun voll ist oder leer. Wir hingegen haben mit dem Flumser Seilbahnbauer Roland Bartholet die Vision einer Seilbahn mit der Technologie eines autonomen Fahrzeugs: Wir lassen nur noch Gondeln fahren, in denen sich auch wirklich Menschen befinden.

Wie soll das gehen?
Die Bahn kann über ein Weichensystem verschiedene Punkte anfahren. Der Gast selber wird entscheiden, wo er hinreisen will – auf seinen Knopfdruck hin schnurrt die Bahn los. Vom Antrieb her muss man sich das vorstellen wie zwei stärkere E-Bike-Motoren, die oben an den Rollen mit Sensoren angebracht sind.

Flumser Gondeln für China: Wie Seilbahnbauer Bartholet global besteht

Die St. Galler Firma behauptet sich im Dreikampf mit den grossen Konkurrenten aus Österreich und Italien – als letzter in der Schweiz.

Der Gast kann dort hinfahren, wo er will – ein smartes Förderband sozusagen.
Es läuft eigentlich genau so wie bei einem Lift im Hochhaus: Wenn ich dort in den fünften Stock fahren will, hält der Lift auch nicht in jeder Etage – sondern saust direkt auf Etage fünf. Die Technologie ist bekannt – nur hat sie noch niemand für die Mobilität am Berg angewandt. Für den Gast ist das sensationell, weil er beispielsweise die Mittelstation auslassen und direkt auf den Cassons-Gipfel fahren kann. Und für die Umwelt ist es grossartig: Bei 92 Prozent der Fahrten sind die Kabinen bisher leer herumgefahren. Mit dem neuen System lässt sich die Kapazität von einer Person pro Stunde bis auf 1500 Personen skalieren.

Liftboys gibt es nicht mehr. Was passiert mit den gemütlichen Bündner Mannen, die uns bisher beim Gondeleintritt begrüsst und betreut haben?
Bei Hochbetrieb werden wir Hostessen haben, die den Leuten helfen, zum Beispiel beim Skiherausnehmen oder mit dem Kinderwagen. Es geht um den Servicegedanken: dass die Angestellten keine «Bähnler» sind, sondern Gastgeberinnen und Gastgeber, die helfen und Auskunft geben. Bei Hochbetrieb wird es sicherlich Personal dort haben. Aber an einem nebligen Tag, an dem niemand auf den Berg hinaufwill, kann die Bahn vollautonom laufen.

Hat der «Tesla am Berg» schon einen schnittigen Namen?
Bisher sprechen wir vom «E-Rope-Taxi». Wenn mir jemand einen besseren Namen hat – nur her damit!

Was kostet der alpine Tesla?
Die Bahn wird in der Grössenordnung von 60 Millionen Franken liegen – so genau wissen wir das noch nicht.

Stolze Summe. Wo holen Sie das Geld her?
Wir haben dafür eine eigene Gesellschaft gebildet, eine PPP – Public Private Partnership. Rein betriebswirtschaftlich lohnt sich die Bahn nicht, da haben wir die Gemeinde Flims gefragt, was ihr die Bahn wert ist. Die Gemeinde hat dann den Kredit gesprochen – und nun ist sie an der Cassons AG beteiligt. Die Zielsetzung ist 50 Millionen Franken Eigenkapital – 5 Millionen nominal und 45 Millionen Agio. So können wir die Bahn auf einen Chlapf abschreiben steuerrechtlich – und der Zins wird günstiger. Hinzu kommen später noch die Life-Cicyle-Kosten. Wir gehen ein gewisses Risiko ein, ob das funktioniert oder nicht. Die Weisse Arena steckt 20 Millionen Franken ins Projekt, gleich viel wie die Gemeinde Flims.

Eine Hürde müssen Sie noch nehmen – im Juni wird Flims über den Masterplan abstimmen. Sind Sie zuversichtlich, dass das gut kommt?
Ja, das bin ich. Ich habe zum ersten Mal den Eindruck, dass die gesamte Bevölkerung dahintersteht.

Wie sieht der Terminplan der visionären Bahn aus?
Wenn wir keine Einsprachen erhalten, ist die ganze Bahn bis 2023 erschlossen. Wenn alles gut läuft, können wir heuer im Herbst anfangen – das wäre ein vorzeitiger Baubeginn. Dann folgt nächstes Jahr die grosse Baustelle, wenn vier der fünf Anlagen gebaut werden. Zum Schluss kommt die letzte Etappe, hinauf zum Cassons. Das Besucherzentrum ist für 2023 geplant. Wenn alles schnurstracks gemacht werden kann, können Sie an Weihnachten 2023 unten einsteigen und bis auf den Cassons fahren.

Parallel müssen Sie auch mit Ihrem anderen Projekt vorwärts machen – Ihrer Vision, vom Vorabgletscher eine Bahn hinunter nach Elm zu bauen und so Glarus mit dem Bündnerland zu verbinden.
Das Sernftal im Glarnerland ist einer der ärmsten – oder potenzialarmen – Räume der Schweiz: mit Abwanderung, mit Hotels, die nicht voll sind wegen der kleinen Skigebiete. Erhielte das Gebiet eine Verbindung mit Laax, dann wäre das natürlich ein volkswirtschaftlicher Boost: Auf einmal erhielten auch die dortigen Immobilien einen völlig anderen Wert. Für Elm wäre das ein riesiges Werteangebot. Da müsste Elm aber auch daran partizipieren. Wir bauen das nicht für, sondern mit den Elmern – und sie müssen das Commitment zeigen, dass sie die Verbindung auch wollen. So wie es die Flimser getan haben.

Reto Gurtner

Funktion: Präsident und VR-Delegierter Weisse Arena Gruppe (WAG) Flims-Laax
Alter: 66
Familie: verheiratet, Vater zweier Kinder (acht- und sechsjährig).
Ausbildung: Studium Betriebswirtschaft und Jura an der University of California, Los Angeles, Universität St. Gallen und Universität Bern

Karriere:
seit Mai 2020: Übergabe der operativen Verantwortung als WAG-CEO an Markus Wolf, Konzentration auf Weiterentwicklung der Unternehmensgruppe als Präsident und VR-Delegierter
seit 2018: Co-Gründungsmitglied und VR-Präsident Laax Homes AG
2018: Für sein Lebenswerk gewinnt Gurtner den «Milestone», die höchste Auszeichnung im Schweizer Tourismus
2006 bis 2016: Mitglied des Vorstands von Graubünden Ferien
seit 1999: Präsident und VR-Delegierter Weisse Arena Gruppe (WAG)
1998: EY Entrepreneur of the Year, Bereich Dienstleistung
1996 bis 1998: Präsident International Snowboard Federation
1983: Übernahme der Unternehmensverantwortung der väterlichen Betriebe nach dem frühem Tod des Vaters

Was bringt das den Glarnern?
Elm liegt auf 950 Meter über Meer, der Vorabgletscher auf 3000 Meter. Sie wären von Elm innert zehn Minuten im schneesicheren Skigebiet. Dies gilt für den Winter. Für den Sommer haben wir die Idee, mit dem neuen System von der Rheinschlucht aus eine Baumwipfelbahn zu errichten. Dann wäre Flims/Laax direkt an den Glacier-Express angeschlossen. Insgesamt sprechen wir von einem Projekt für alle vier Jahreszeiten. An Hitzetagen könnten Sie mit Ihren Grosseltern auf 3000 Meter hinauffahren. Alles nahtlos mit dem öffentlichen Verkehr zu erreichen.

Von den Visionen zur aktuellen Saison: Wie läuft das Geschäft auf dem Berg?
Wir müssen den Einschränkungen des Bundes folgen und unsere Kapazitäten auf zwei Drittel beschränken. Die Kabinen können wir nicht füllen, fahren also nicht mit voller Kapazität. Die Restaurants sind seit Dezember geschlossen. Lediglich Take-away ist möglich, gemäss Bund nicht auf Keramiktellern, sondern nur im Plastikgefäss. Wenn wir die Restauration nicht in der üblichen Art betreiben können, kommen wir bestenfalls auf 20 Prozent des normalen Umsatzes.

Wie wird die Wintersaison 2020/2021 ausfallen für die Weisse Arena?
Wir werden Millionen verlieren. Wir erhalten keine Entschädigungen, weil wir öffnen dürfen, aber nicht mit voller Kapazität.

Wie lief es im Sommer 2020? 2019 war ja schon ein Rekordsommer. War 2020 noch besser?
Ja, er war besser. Das ist ja logisch, wenn die Schweiz eingekerkert ist und niemand hinausgelassen wird. Die Leute wollen in die Natur. Der Bergtourismus hat von den aussergewöhnlichen Bedingungen profitiert. Die Leute haben aber Sehnsucht nach Reisen, das ist ein menschliches Grundbedürfnis.

2020 war besser als der bisherige Rekordsommer 2019 – was heisst das bezüglich der Zahlen?
50, 60, 70 Prozent mehr Umsatz, genau weiss ich das nicht.

Reicht das, um im Geschäftsjahr 2020/2021 in die schwarzen Zahlen zu kommen?
Nein. Wir sind immer noch stark winterlastig. Bei den Bahnen erzielen wir 90 Prozent der Wertschöpfung im Winter. In der Gastronomie sind es etwa 75 Prozent. Bei den Hotels liegt der Prozentsatz etwa bei zwei Dritteln. Für die gesamte Saison 2020/2021 heisst das: Wir fahren rot.

Was macht die Pandemie mit dem Vordenker der Weissen Arena?
Seit März habe ich mich in ein Maiensäss abgesetzt. Auf 1629 Meter über Meer befinde ich mich in einer Art Businessquarantäne, schnelles Internet inklusive. Fokussieren ist wichtig in einer Zeit, da eine gewaltige mediale Kakofonie herrscht: 700 Experten verbreiten 300 verschiedene Meinungen. Ich fokussiere. Mails zum Beispiel checke ich nur einmal am Tag, von 16 bis 17 Uhr. Ansonsten lese ich viel und übe mich in der Kunst der drei «W».

Reto Gurtner

Reto Gurtner, Präsident der Weissen Arena: «Seit März habe ich mich in ein Maiensäss abgesetzt.»

Quelle: Maurice Haas

Von welchen drei «W» sprechen wir?
Das «W» für Wissen, das «W» für Wollen – und das entscheidende dritte «W» für Wirkung, also die Umsetzung. Ohne das dritte «W» sind die ersten beiden «W» letztlich herzlich wenig wert.

Lassen Sie uns über ein viertes «W» sprechen: Winter-Olympiade Peking 2022. Sie arbeiten hier eng mit einer riesengrossen Touristikanlage zusammen. Wozu?
In der 100 Kilometer nordöstlich von Peking entfernten Provinz Hebei liegt das Resort Secret Garden, dort übernahmen wir die Planung für den Freestyle-Park und die Freestyle-Academy. In dem Resort werden an der Olympiade alle Freestyle-Snowboard-Events durchgeführt. Der Kontakt zu Secret Garden ist eng, er besteht seit sieben Jahren. Wir sind von den chinesischen Medien nun schon zweimal als bestes Skiresort ausserhalb von China ausgezeichnet worden. Diese Zusammenarbeit fruchtet schon.

Das glauben wir gerne. Aber was bringt das konkret?
Wir wollen Familien von dort ansprechen. Das Abonnement von Secret Garden gilt auch in der Weissen Arena. Wenn Chinesinnen und Chinesen uns besuchen, geben sie im Vergleich zu anderen Gästen ein Mehrfaches aus. Der Gesamtanteil an Millionären und Milliardären mag in China zwar nur bei 0,8 Prozent liegen. Aber das sind in Gottes Namen über zehn Millionen Leute. Nur sie wollen wir ansprechen. Bei dieser Zusammenarbeit geht es darum, den chinesischen Markt zu verstehen. Wir wollen die Weisse Arena in China glaubwürdig vermarkten. Laax lässt sich sehr einfach auf Chinesisch übersetzen und auch lesen. Kein «R» drin im Namen, das hilft. Das Logo der Airline Swiss und jenes von Laax gehören zu den besten für China. Das Logo von St. Moritz mit seiner Schnüerlischrift kann in China keiner lesen.

Ihr Resort findet weltweit Beachtung …
Ich nenne uns immer «The Best Kept Secret», das bisher bestgehütete Geheimnis. Wir sind eines der grössten zusammenhängenden Skigebiete, die es weltweit gibt. Und wir sind stark bei den Immobilien. Gemäss jüngsten Untersuchungen sind wir neben Lenzerheide die einzige Schweizer Gemeinde, in der die Preise nicht gesunken sind. In St. Moritz sind die Immobilienpreise in den letzten Jahren zwischen 15 und 30 Prozent gesunken, in Davos um 15 Prozent.

Werden die Olympischen Spiele in China überhaupt stattfinden können?
Die Chinesen haben die Pandemie im Griff, da habe ich keine Bedenken. Ich habe vor einigen Tagen ein Telefon des Eigentümers von Secret Garden erhalten.

Den Sie 2013 am WEF kennenlernten – so kam die Zusammenarbeit ja zustande.
Das war sein Bruder. Der Eigentümer ist der Chairman des Genting-Konzerns, das ist eine «Big Company» – die haben alles, von Casinos und Kreuzfahrtschiffen bis hin zu Ökoresorts und Palmölplantagen in Indonesien.

«Eine Destina­tion muss authentisch sein und von der Bevölkerung mitgetragen werden.»

Wollten Ihnen Chinesen schon einmal den Berg abkaufen?
Oh ja.

Ab welchem Betrag werden Sie schwach?
Ich werde nicht schwach. Eine Destination muss authentisch sein und von der Bevölkerung mitgetragen werden – und lokal getragen sein. Man kann keinen Ort verkaufen, nur Assets. Jemand kann sich daran beteiligen, wenn einer ein Ferienhäuschen kauft oder eine Aktie der Weissen Arena …

Aber an der Weissen Arena wollten sich noch keine Chinesen beteiligen?
Ich hatte schon mehrere Anfragen. Kürzlich sass ich mit den Vertretern des chinesischen Mischkonzerns Fosun zusammen. Sie möchten hier investieren, in Flims-Laax. In Hotels in der Grössenordnung von 400 Betten.

Und was sagten Sie zu Fosun?
Das Kapital ist heute nicht das Problem, das ist en masse vorhanden. Das Kapital sucht gute Projekte. Und in den Tourismus wollte bis jetzt leider niemand wirklich investieren, nur Ausländer wie die Schröcksnadel-Gruppe oder die Compagnie des Alpes.

Weshalb schaute Fosun bei Ihnen vorbei?
Sie statteten mir einen Freundschaftsbesuch ab und zeigten Interesse an einer Investition. Und fragten mich, welches Angebot ich ihnen machen kann.

Steigt Fosun bei der Weissen Arena ein?
Bei der Weissen Arena muss niemand investieren, wir sind bereits gut finanziert. Wenn aber jemand ein Hotel bauen möchte, hätte ich nichts dagegen … Das bringt wieder mehr Skifahrer. Unsere Kapazität ist noch längst nicht ausgeschöpft, wir dürfen nur nicht übermarchen.

Der integrierte Berg

1 Bergbahnunternehmung, 5 Hotels; 32 Restaurationsbetriebe; 7 Sport- und Rental-Shops; Ski-, Snowboard- und Bike-Schule: Die Weisse Arena Gruppe (WAG) betreibt und besitzt ein ganzes Wintersportgebiet. Eine Seltenheit in der Schweiz, wo meist eine Vielzahl von Akteuren am Berg aktiv ist. Mit 1100 Mitarbeitenden, davon 290 Ganzjahresangestellte, ist die WAG eine der grössten Arbeitgeberinnen im Kanton Graubünden.

Mit 224 Pistenkilometern brachte es die WAG im Winter 2019/20 bezüglich Skier Days (Ersteintritte) hinter Arosa-Lenzerheide, Zermatt, Adelboden-Lenk, Davos-Klosters, Verbier, St. Moritz und der Jungfrauregion auf Platz acht. Nettoumsatz 2019/20 (2018/19): 88 (97) Millionen Franken. Betriebsergebnis (Ebitda): 19 (26) Millionen Franken.

Sprechen wir Klartext: Fliesst bald Geld aus China nach Flims und Laax?
Das müssen sie Fosun selber fragen, die können überall investieren. Wir wären sicher eine interessante Wahl. Hier haben sie einen Ansprechpartner. Wir sprechen mit einer Stimme hier in der Region; es ist nicht meine Stimme, sondern die der Region. Was mir auf der strategischen Ebene immer wichtig ist: Ich gehe den Weg der Indianer. Man muss von unten her verstehen, wie das System funktioniert. Und nicht einfach einen Grosskonzern à la TUI oder Thomas Cook in China installieren wollen – dieser Massentourismus ist Vergangenheit.

Nur ein Skiresort wie Laax fehlt Fosun noch im Portfolio.
Ja. Die wollen kein arriviertes Skiresort wie St. Moritz – dort können sie nichts bewegen, da hat es zu viele Stakeholder. Hier ist das anders. Uns ist es gelungen, alle zusammenzubringen, sogar die Politik. Das war eines meiner Lebensziele.

Investieren Sie auch in China, etwa im Resort Secret Garden?
Nein, das tun wir nicht. Wir vermitteln Wissen und investieren nur lokal. Hier, bei uns.

Apropos lokale Angelegenheiten: Das «Waldhaus Flims» soll wieder zum Verkauf stehen ...
Das habe ich auch gehört, nur verlangen sie jetzt gerüchteweise den doppelten Betrag wie vor fünf Jahren.

Sie waren damals als Junior-Partner in einer Investorengruppe interessiert am «Waldhaus», kamen aber nicht zum Zug. Sind Sie jetzt wieder unter den Bietern?
Ich war beim ersten Verkauf in einer Gruppe dabei, das stimmt. Die Credit Suisse wickelte das Ganze damals ab. Wir hatten weniger geboten als die Konkurrenz, hätten aber mehr investiert. Dann kam halt ein Investmentfonds zum Zug.

Sind Sie immer noch interessiert?
Es würde ins Portfolio passen. Die Luxushotellerie ist aber ein teures Hobby – ich kenne niemanden, der damit Geld verdient. Das sind Abschreibungsobjekte für sehr reiche Leute. Mein Auftrag ist, die Region zukunftsfähig zu machen.

«Man verbietet ja auch nicht zu Weihnachten die U-Bahn»

Markus Schröcksnadel ist einer der wichtigsten Ski-Tourismus-Unternehmer im Alpenraum. Das Interview über den Ski-Lockdown im Corona-Winter.

In China bezahlen die Leute alles per App. Sie wollen eine per App verknüpfte Blockchain-Währung namens Guru lancieren. 2019 hiess es, der Start stehe kurz bevor ...
... Da kam eben Covid-19 dazwischen und ich musste meine Nachfolge regeln. Das Projekt ist immer noch in der Pipeline. Wir wollen mit dieser Kryptowährung, die ausgeschrieben «Greatest User Return Unit» heisst, dem Benutzer grösstmögliche Rendite geben.

Manche sprechen beim Guru auch von «Gurtner Unit». Wie soll der Nutzer davon profitieren?
Wir dürfen keine Währung kreieren, dass darf nur die Nationalbank. Ich muss Tokens machen – wie Spielcasinogeld. Dieses Spielgeld dürfen Sie aber nicht zurückwechseln in Franken – und darin liegt die Crux. Wenn Sie mit dem Guru in der Weissen Arena bezahlen, erhalten sie bei jeder Transaktion einen Kickback für andere Leistungen. Auch für jedes Rating, dass Sie abgeben, erhalten Sie zusätzliche Gurus.

Was nützt eine Währung, die man nicht in richtiges Geld wechseln kann?
Sie müssen nur so viel wechseln, wie sie auszugeben gedenken. Die Gurus können sie beispielsweise für ein Upgrade verwenden oder für ein Liftticket – was auch immer. Einfach für alles, was wir innerhalb unseres Weisse-Arena-Ökosystems offerieren können. Entscheidend für den Datenschutz ist die Rückverfolgbarkeit – ich darf Ihre Identität nicht erfahren, wenn Sie mit Gurus bezahlen. Das garantieren wir.

Wann kommt der Guru?
Geben Sie uns noch etwas Zeit. Wir haben noch andere Aufgaben. Wir haben hier keine Konzernzentrale wie Google, Amazon und all die anderen.

Was kommt zuerst: Tesla-Bahn oder Guru?
Dass kann ich noch nicht sagen. Es ist durchaus möglich, dass beide etwa im gleichen Zeitraum kommen.

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