«Ich bin Arnaud Vagner. Böse Firmen müssen sterben.» So meldete sich Arnaud Vagner von Iceberg Research im vergangenen Jahr per Telefon aus Europa bei der Finanznachrichtenagentur Bloomberg in den USA. Damals ging es um die in Hong Kong beheimatete Rohstofffirma Noble Group mit einem Börsenwert von über zehn Milliarden Dollar.

Vagner warf der Firma Buchhaltungsbetrug vor. Sie stelle ihre Finanzsituation viel besser dar, als sie tatsächlich sei. Die Rohstofffirma stritt alles ab. Sie ist aber inzwischen Konkurs.

Jetzt ist Vagner wieder aktiv. Diesmal hat er die in Genf beheimatete Rohstoffhandelsfirma Trafigura im Visier. Wieder wirft er der Firma vor, sich buchhalterisch viel zu gut darzustellen. Trafigura selber streitet das ab.

Der Genfer Rohstoffhändler macht einen Umsatz von rund 180 Milliarden Franken pro Jahr. Und erzielt einen Gewinn von über 800 Millionen Franken. Die Firma hat aber auch einen Schuldenberg von über 30 Milliarden Franken aufgetürmt, was im Vergleich mit anderen grossen Händlern viel ist.

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Trafigura ist nicht an der Börse kotiert, aber hat Anleihen ausstehend, die an der Börse gehandelt werden. Derzeit sind diese rund zwei Milliarden Franken wert. Seit der ersten Twittermeldung von Iceberg am 19. Juni sind die Kurse der Anleihen gefallen und haben sich seither nicht mehr vollständig davon erholen können.

Rendite von 9 Prozent

Am meisten Bewegung ist einer Endlos-Anleihe von Trafigura. Sie hat kein Laufzeit-Ende und bietet in Dollar derzeit eine Rendite von neun Prozent; auf der anderen Seite sank sie von einem Stand von 96 Punkten vorübergehend bis auf 89.

Arnaud Vagner und seine Firma Iceberg Research setzen darauf, dass die Anleihen von Trafigura weiter fallen werden. Insider aus der Rohstoffbranche in der Schweiz berichten allerdings, dass das Management selber Obligationen der Firme kaufe, also weiter von der Solidität der Firma überzeugt sei.

Aufstieg der Rohstoff-Händler: Entwicklung der grössten Schweizer Konzerne im letzten Vierteljahrhundert

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