Es war ein Aufstieg mit Düsenantrieb. In bloss zehn Jahren schaffte es Lara Warner von der Leiterin der US-Aktienanalyse in den Bankorbit. 2019 war sie oberste Risiko-Chefin der Credit Suisse, im August 2020 kam noch die Compliance dazu. Seither trägt sie den Titel Group Chief Risk and Compliance Officer. Und ist eines der wichtigsten Mitglieder im Cockpit der Grossbank, zuständig für Regulatorien und Risiken – von Zürich bis Auckland. Nur: Wie lange noch?

Was Warner sich zumutet – ein Doppelmandat, das erst noch Interessenkonflikte birgt – haben andere globale Banken auf zwei Köpfe verteilt. Etwa Citigroup, HSBC, UBS oder Lloyds. Der smarten Bankerin mit australischem und amerikanischem Pass traute man offenbar vieles, ja alles, zu. Im früherem CS-Chef Tidjane Thiam fand sie ihren enthusiastischen Förderer. Dieser nannte sie bei ihrer Promotion zur obersten Risiko-Chefin «a rising star».