Zusammen mit seinem Bruder Nicolas teilt sich Philippe Jacobs das Präsidium der familieneigenen Jacobs Holding. Unter dem Dach der Zürcher Gesellschaft, deren Erträge die gemeinnützige Jacobs Foundation alimentieren, sind gewichtige Investments versammelt: 40 Prozent an Barry Callebaut sowie die Zahnarztkette Colosseum Dental und Cognita, eine Betreiberin von Privatschulen.

Doch mit diesen Beteiligungen geben sich die Brüder nicht zufrieden. Beide haben nebenher eigene Investmentgesellschaften aufgebaut. Mit seiner Consumer Investment Partners in Zug konzentriert sich Nicolas Jacobs auf Gastroketten und Getränkeproduzenten.

Die wichtigste Beteiligung ist die in Boston gegründete Burgerkette B.Good, die in der Schweiz vier Beizen und nahe Boston einen ­eigenen Bauernhof betreibt.

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Philippe Jacobs dagegen hat mit Telemos Capital eine eigene Private-Equity-­Gesellschaft in London aufgebaut. Sie machte dieser Tage Schlagzeilen, weil sie eine Mehrheit an Amorana, einem Schweizer Online-Shop für Erotikartikel, übernommen hat. Mit dieser Übernahme mausert sich Jacobs zu Europas grösstem E-Commerce-Anbieter in diesem Markt.

E-Shop Gewinn während Lockdown

Schon vor Amorana kontrollierte Telemos die Mehrheit am britischen Pendant Lovehoney. Beide E-Shops arbeiten profitabel und setzen zusammen über 200 Millionen Franken um, auch gepusht durch den Lockdown in weiten Teilen Europas. Daneben gehört Maxbau, eine Baustoffhändlerin in Rumänien, zu Telemos.

Herzstück im Reich von Philippe Jacobs sind aber zwei Schweizer Beteiligungen, bei denen er ähnlich operiert wie die Jacobs Holding im Zahnarztgeschäft. Beteiligung eins ist Sanoptis mit Sitz in Pfäf­fikon, eine Betreibergesellschaft von Augenarztkliniken in Deutschland und der Schweiz mit Dutzenden von Standorten.

Beteiligung zwei ist Medeuropa, sie ist ebenfalls eine Betreiberin von medizi­nischen Zentren. Bei ihr geht es aber nicht um Augenheilkunde, sondern um Radiologie und Strahlentherapie für Krebskranke. Medeuropa hat den Sitz in Epalinges bei Lausanne und betreibt Kliniken in ­Rumänien, Deutschland und Frankreich.

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