Herr Mächler, jetzt haben Sie die Manor endlich aus Zürich vertrieben. Am Montag hat der Warenhauskonzern angekündigt, das Geschäft in Ihrer Liegenschaft an der Bahnhofstrasse zu schliessen. Sind Sie stolz?
Nein, aber wir sind froh, dass wir endlich einen Schritt weiterkommen. Der Streit hat sich über viele Jahre hingezogen. Mittlerweile ist sogar die strittige fünfjährige Mietverlängerung Ende Januar 2019 ausgelaufen. Es gab seither weder eine vertragliche Grundlage noch ein schützenswertes Rechtsinteresse dafür, dass Manor in dem Haus blieb.

Hätten Sie sich nicht finden können?
Nein, denn die Einschätzungen dazu, was ein fairer Mietpreis ist, lagen zu weit auseinander. Es kann doch einfach nicht sein, dass wir einen finanzstarken, privaten Konzern signifikant subventionieren, indem wir auf einen Marktzins verzichten. Das geht sonst zulasten all jener Versicherter, die bei uns eine Lebensversicherung oder Altersvorsorge haben. Diesen gilt unser Interesse.

Manor hat Ihnen offenbar die Summe von 535 Millionen Franken für die Liegenschaft geboten. Wie viel mehr hätte es denn noch sein müssen?
Das spielt gar keine Rolle, denn wir wollten grundsätzlich nicht verkaufen. Wir sind angewiesen auf Liegenschaften wie die Bahnhofstrasse, das ist Teil unserer Anlagepolitik. Das Gebäude war unverkäuflich. Das war Manor immer bekannt. Da spielt es auch keine Rolle, dass der offerierte Preis deutlich unter dem Marktwert lag.

Haben Sie Manor eine Ersatzliegenschaft angeboten?
Ja, es gab mehrere Angebote in der Zürcher Innenstadt. Eines war die Liegenschaft Sihlporte mit 2700 Quadratmetern Fläche. Unserer Meinung nach ein attraktiver Standort. Aber Manor wollte nicht.

Bei Manor gings schlicht ums Geld. Haben Sie nicht auch eine Verantwortung gegenüber der Gesellschaft, für einen vielfältigen Mix der Läden zu sorgen?
Selbstverständlich – wir sind uns dieser Verantwortung bewusst. Es ist als Immobilieneigentümerin doch in unserem ureigensten Interesse, eine attraktive, gut durchmischte Bahnhofstrasse zu haben. Vor fünf Jahren war ich an einem Podium zur Manor. Damals heiss es, es gebe nur noch Schuhläden an der Bahnhofstrasse und man finde nirgends mehr was Anständiges zu Essen. Heute höre ich, es gebe nur noch Restaurants und Fast Food und keine Schuhläden mehr. Die Bahnhofstrasse funktioniert, die Liegenschaften sind gesucht. Aber die Strasse hat sich immer neu erfunden und wird sich auch in Zukunft neu erfinden müssen. Ich kann Ihnen nicht sagen, wie der Mix in zwanzig Jahren aussehen wird. Ich weiss aber, dass wir im Moment einen Trend haben weg vom reinen Einkaufen zu Begegnungszonen und Erlebniswelten in einem weiteren Sinn. Das ist eine Kombination aus Leben, Arbeiten, Unterhaltung und Anschauen. Traditionelle Formate wie Warenhäuser haben es da schwieriger.

Sind sie eigentlich der grösste Immobilienbesitzer an der Bahnhofstrasse?
Wir gehören sicherlich zu den Grössten. Wir haben zehn Liegenschaften an der Bahnhofstrasse.