Jodelen Mitra kennt die Plantagen und Minen, wo neunjährige Buben und zwölfjährige Mädchen buckeln, malochen, schürfen, pflücken – und sterben. Seit über zehn Jahren kämpft sie von Kuala Lumpur aus gegen Kinderarbeit. Die Expertin der International Labor Organisation (ILO) hat viel zu tun, immer mehr. Weltweit verrichten 150 Millionen Minderjährige Arbeiten, die schädlich sind und sie vom Schulbesuch abhalten. Besonders ­verbreitet ist Child Labor im südlichen Afrika, dort, wo auch Firmen wie Nestlé, Glencore, Trafigura, Lindt & Sprüngli aktiv sind.

Für die Initianten der sogenannten Konzernverantwortungsinitiative ist klar, wer die Schuldigen von Kinderarbeit sind. Schweizer Firmen. Ge­nauer: Konzerne, die zur Gewinnmaximierung angeblich täglich Verbrechen an Mensch und Umwelt verüben. «Die Konzerne setzen auf Kinderarbeit oder zerstören die Umwelt», heisst es in einem ­Flyer der Initianten.