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Fusion
Deutsche Bank und Commerzbank: Eine Hochzeit in sieben Grafiken

Deutsche Bank Commerzbank
Ehe ohne viel Willen: Bürogebäude der Commerzbank (l) und der Deutschen Bank in Frankfurt.Quelle: Thomas Lohnes/Getty Images

Jetzt ist es offiziell: Die Commerzbank und die Deutsche Bank prüfen eine Fusion. Was kommt da zusammen? Diese Grafiken zeigen es.

Iseli
Von Ralph Pöhner und Marc Iseli
am 18.03.2019

Deutschland erlebt vielleicht bald einen wirtschaftshistorischen Moment: Die Aufsichtsräte der beiden grössten Banken im Land prüfen eine Fusion. Es gebe noch «keine Gewähr», dass es am Ende zu einer Transaktion komme, hiess es am Sonntag zwar in einer Mitteilung der beiden Institute. Aber womöglich ensteht da ein neuer Koloss am europäischen Finanzhimmel.

Sollten sich die verantwortlichen Manager für eine Verschmelzung ihrer beiden Geldhäuser entscheiden, entstünde mit rund 38 Millionen Privat- und Firmenkunden, anfänglich rund 140'000 Mitarbeitern und einer Bilanzsumme von fast zwei Billionen Euro die mit deutlichem Abstand grösste deutsche Bank. 

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Das lässt viele Fragen offen: Wie sind diese Zahlen im Vergleich zur Konkurrenz zu bewerten? Was bedeutet das für den Standort Schweiz? Welcher Rivale enstünde für die UBS und die Credit Suisse?

Hier die wichtigsten Statistiken zur Orientierung – die deutsche Giganten-Hochzeit in sechs Grafiken: 

In der Schweiz haben beide Unternehmen mehrere Filialen – insbesondere die Deutsche Bank gehört zu den grössten Auslandsinstituten im Land. Dennoch kommen sich die beiden Häuser hier wenig in die Quere: Denn die eine Bank konzentriert sich aufs Firmenkunden-Business, die andere setzt vor allem auf Vermögensverwaltung und Asset Management.

Konkret: Die Commerzbank Schweiz konzentriert sich auf Unternehmen mit Jahresumsätzen ab 15 Millionen Franken. Hier meldete die Bank vor einem Jahr rund 1800 Kundenverbindungen. Für deren Betreuung betreibt das Haus mit dem gelben Logo Niederlassungen in Zürich, Basel, Bern, Lausanne, Luzern und St. Gallen; also ein ungewöhnlich dichtes Netz für eine Auslandsbank. Eine Spezialität der Schweiz-Tochter mit über hundert Angestellten ist die Exportfinanzierung.

Mitarbeiter in der Schweiz

Die Deutsche Bank ist mit über 500 Mitarbeitern auch in der Schweiz der grössere der beiden Fusionskandidaten. Ihr Fokus liegt auf dem Wealth Management für vermögende Kunden sowie im Geschäft mit institutionellen Investoren. Und sie hat auch Investmentbanking im Angebot. Hinzu kommt ein Ableger der Deutsche-Bank-Tochter DWS.

Laut den neusten Zahlen betrug die Bilanzsumme der Deutschbanker in der Schweiz 2017 gut 8,2 Milliarden Franken, womit sie einen Gewinn von 20 Millionen Franken erzielten.