Das neun Milliarden Euro schwere Rettungspaket für die von der Corona-Krise schwer angeschlagene Lufthansa steht nach wochenlangem Tauziehen. Der staatliche Wirtschaftsstabilisierungsfonds (WSF) und der Vorstand der Lufthansa hätten der Finanzierung zugestimmt, teilte der deutsche Konzern am Montag mit.

Der deutsche Staat bewahrt die Muttergesellschaft der Schweizer Swiss demnach mit stillen Einlagen von insgesamt 5,7 Milliarden Euro, einem staatlich abgesicherten Kredit von bis zu drei Milliarden Euro und einer direkten Beteiligung an der Lufthansa in Höhe von 20 Prozent oder 300 Millionen Euro vor der Pleite. Über den Staatseinstieg und die damit verbundenen Mitspracherechte hatte es den meisten Streit gegeben.

 

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Noch ist der Deal nicht in trockenen Tüchern

Als nächstes muss der Lufthansa-Aufsichtsrat dem Plan zustimmen. In rund vier Wochen sollen die Aktionäre auf einer ausserordentlichen Hauptversammlung über die damit verbundene Kapitalerhöhung abstimmen. Die letzte Hürde ist die EU-Kommission, die bei Staatshilfen prüft, ob es dadurch zu Verzerrungen des Wettbewerbs in Europa kommt.

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Wegen Reisebeschränkungen gegen die Pandemie in mehr als 100 Ländern weltweit ist der Luftverkehr seit März nahezu zum Erliegen gekommen. Erst im Juni sollen wieder mehr Flugzeuge über eine Grundversorgung hinaus abheben. Die Lufthansa schreibt deshalb horrende Verluste - Konzernchef Carsten Spohr hatte sie auf eine Million Euro in der Stunde beziffert. Ohne Staatshilfen droht ihr auf absehbare Zeit das Geld auszugehen.

(reuters/mbü)