Wer am Bahnhof dringend auf die Toilette muss, kann schon mal ins Schwitzen kommen. Meistens sind Pissoir und Lokus Passanten und Zugfahrern nur zugänglich, wenn diese Bargeld dabei haben. Das hat schon vor Corona bei vielen zur Verzweiflung geführt, die unaufschiebbar ihre Notdurft verrichten mussten. In Pandemiezeiten haben noch weniger Menschen Münzen dabei. Betreffen tut das viele: Immerhin 2,5 Millionen Bahnhofbenutzer gibt es pro Tag an mittleren und grossen Bahnhöfen in der Schweiz

Die SBB unter der Führung des seit gut einem Jahr amtierenden Konzernchefs Vincent Ducrot haben das erkannt. «Reine Münzzahlungen entsprechen nicht mehr heutigen Kundenbedürfnissen», sagt ein Sprecher. Deshalb sucht die Staatsbahn jetzt «nach den neusten Technologien von Zahlungs- und Zutrittsmodulen für die Kundentoiletten an den Bahnhöfen schweizweit». So formulieren es die SBB in Vorbereitung einer möglichen öffentlichen Ausschreibung und wollen per sogenannten Request for Information eine Marktanalyse durchführen. 

Irgendwann gratis?

«Wir starten die Anfrage am Markt, um so Ideen und Ansätze für Zutritts- und Zahlungsmodule aufzunehmen.» Die SBB möchten analysieren, welche neuen innovativen Produkte durch den Markt angeboten werden. Und sind dabei für fast alles offen, zum Beispiel Debit- und Kreditkarten sowie Mobile-Payment-Lösungen – nur Bitcoins nicht. Mit diesen kann man zwar Fahrtickets kaufen, aber nicht den Zugang zum Urinal.