Wer heute ein Velo für den Nachwuchs sucht, hat die Qual der Wahl. Doch im Auswahlprozess wird schnell klar, dass eigentlich nur drei Hersteller in Frage kommen: Early Rider aus Grossbritannien, Pyro aus Deutschland und Woom aus Österreich. Die drei Unternehmen haben sich auf Fahrräder für Kinder und Teenager spezialisiert und wissen, auf was es ankommt: das Gewicht, das Gewicht und nochmals das Gewicht. Je leichter das Bike, desto mehr Freude haben die Kids am Velofahren. Ist das Fahrrad zu schwer, gehen sie lieber zu Fuss. Ihnen fehlt schlicht die Kraft, um unnötige Kilos zu bewegen.

Die Qualität von Woom und Co. scheint sich auch in Zug herumgesprochen zu haben. Über die dort ansässige Cofra Holding kontrolliert die schwerreiche Familie Brenninkmeijer – der Besitzer-Clan von C&A – ihr Beteiligungsimperium. Neu gehört auch Woom dazu.

Minderheitsanteil von 27 Prozent

Konkret hat die Familie über ihr Vehikel Bregal Unternehmerkapital einen Minderheitsanteil von 27 Prozent an Woom mit Sitz in Klosterneuburg bei Wien erworben. Weitere 6 Prozent übernimmt eine Gruppe von Unternehmern aus Österreich und Deutschland, unter ihnen Runtastic-Gründer Florian Gschwandtner. Über die finanziellen Details der Transaktion wurde nichts bekannt. Verkauft haben die Anteile die beiden Gründer Marcus Ihlenfeld und Christian Bezdeka. Sie haben Woom 2013 lanciert.

Woom Bikes 2

Woom-Gründer Christian Bezdeka (links) und Marcus Ihlenfeld: Holen die Familie Brenninkmeijer an Bord.

Quelle: ZVG
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Woom hat – wie diverse Hersteller und Händler von Velos – in den letzten Jahren ein starkes Wachstum erlebt. Ein Wachstum, das sich diesen Frühling während dem Lockdown sogar weiter beschleunigt hat. 2020 dürfte der Umsatz um rund 60 Prozent zulegen.

Mit dem frischen Kapital will Woom in weitere Märkte expandieren und eine Produktion in Polen aufbauen, sagt Co-Geschäftsführer Christian Bezdeka. «Verglichen mit dem, was wir jetzt vor uns haben, waren die vergangenen Jahre eine Art Warm-up vor den Play-Offs. Jetzt geht es erst richtig los!»

Woom-Investorin Bregal Unternehmerkapital ist auch in der Schweiz aktiv: Sie besitzt die Mehrheit am Uhrenhändler Embassy, ist beim Plastik-Spezialisten Kunststoff Schwanden engagiert und unterstützt den in Wollerau ansässigen Hersteller für Industrie-Klebebänder ATP.