Dass die Flughafen Zürich AG den grössten Schweizer Airport in Kloten betreibt: klar. Aber das Unternehmen streckt seine Fühler auch zunehmend ins Ausland aus. Flughafen-Chef Stephan Widrig will in den nächsten fünf bis zehn Jahren etwa 15 Prozent des Portfolios in ausländische Airports investieren.

Aktuell schiebt sich Widrigs Truppe in Indien an den Start, konkret für das Projekt Jewar International Airport in Noida bei Delhi. Dort ist ein neuer Flughafen geplant, welcher den Indira Gandhi International Airport von Delhi entlasten soll, der mit aktuell 70 Millionen Passagieren pro Jahr an seine Grenzen stösst.  

In Kloten wird der Vorstoss bestätigt: «Die Flughafen Zürich AG hat ein Angebot für den Bau, die Entwicklung und den Betrieb des neuen Flughafens in Noida abgegeben», heisst es beim Unternehmen. Indien passt mit grosser Volkswirtschaft, starkem Binnenmarkt und aufstrebender Mittelschicht gut zum Beuteschema der Zürcher.

Und die Schweizer kennen den Markt: Der südindische Flughafen Bangalore wurde zwischen 2005 und 2008 mit Unterstützung des Flughafens Zürich gebaut und betrieben; später machten die Schweizer Kasse mit dem Verkauf. Der Appetit auf Indien ist also geblieben. Aber die Sache ist noch nicht gegessen. Um das Objekt Jewar buhlen neben Widrig drei weitere Bieter.  Ein Entscheid wird in den nächsten zwei Monaten erwartet.