Mitte Dezember sprach Credit-Suisse-Präsident Urs Rohner gegenüber COO Pierre-Olivier Bouée die fristlose Kündigung aus, weil Bouée die Beschattung eines weiteren CS-Konzernleitungsmitglieds nicht offengelegt hatte. Die fristlose Kündigung habe für Bouée finanzielle Einbussen zur Folge: Der kumulierte Schaden dürfte zwischen 6 und 7 Millionen Franken betragen. Darin enthalten sind, nebst aufgelaufenen Aktienoptionen im Wert von rund 4 Millionen Franken, eine Kündigungsfrist von einem Jahr sowie entsprechende Bonuszahlungen.

Der Franzose Bouée hat erst vor wenigen Monaten ein Strandhaus in Carnac an der bretonischen Küste erworben. Er hat in den neunziger Jahren als Offizier für die französische Marine gedient. Er gilt als Auftraggeber für die Beschattung des damaligen HR-Chefs Peter Goerke im Frühjahr 2019 beziehungsweise von Iqbal Khan im vorigen Sommer, nachdem Vermögenschef Khan die CS verlassen hatte. Nun ist gemäss Recherchen der «Handelszeitung» von einem dritten Auftrag in Asien mit der Zielperson Iqbal Khan die Rede, als der noch für die CS als Chef International Wealth Management arbeitete. Die Beschattungsaktion soll aber gescheitert sein.