Die Business-Idee

Ein grenzüberschreitender Geldtransfer birgt manchmal böse Überraschungen, wenn die Gebühren hoch sind. An diesem Punkt tritt Monito auf den Plan. Das 2015 gegründete Startup ermöglicht es, im undurchsichtigen Dschungel von Geldtransfer-Unternehmen dasjenige auszuwählen, welches die besten Konditionen für die jeweilige Transaktion bietet.

Auf der Plattform des Startups können Sender- sowie Empfängerland ausgewählt werden. Daraufhin vergleicht Monito alle potenziellen Anbieter und man kann sich für die kostengünstigste Option entscheiden. «Wir definieren uns als social entrepreneurs mit einer sozialen Mission. Denn eine Reduktion der Kosten für Überweisungen ist in der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen als Ziel erwähnt.» Die einzige Möglichkeit, das zu erreichen, sei, ein Geschäftsmodell zu etablieren. «Nur so können die erforderliche Dynamik erzeugt, Wachstum generiert und möglichst viele Menschen erreicht werden», erklärt der CEO und Mitbegründer von Monito, François Briod.

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Die Gründer

Animiert von der eigenen Tante, die in Kamerun tätig war, sammelten François und Pascal Briod bereits als Kinder Geld für die Dorfbevölkerung von N’tolo. Der soziale Aspekt kombiniert mit einer Geschäftsidee brachte die Brüder zusammen mit Laurent Oberholzer auf die Idee, Monito aufzubauen. Während François Briod Informatik studierte, hat sein Bruder Pascal einen sozialwissenschaftlichen Hintergrund. Dennoch ist auch er technikaffin und hat Websites im Rahmen von Gig-Jobs während des Studiums erstellt.

Laurent Oberholzer absolvierte ein Studium in Quantitative Finance an der ETH Zürich. Derzeit beschäftigt Monito insgesamt sieben Personen.

Der Markt

300 Millionen Menschen senden Geld zurück in ihre Heimatländer. Weitere 400 Millionen Menschen erhalten auf diese Weise Geld. Dabei wird jedes Jahr eine Billion Dollar transferiert. Bisher haben laut François Briod zwei Millionen Menschen auf Monito Geld verschickt. Mit der Entwicklung neuer Technologien eröffneten sich auch neue Möglichkeiten. Beispielsweise verfügen viele Menschen in der Mehrheit der afrikanischen Länder über kein Bankkonto. Allerdings ist das Bezahlen per Smartphone auf dem afrikanischen Kontinent bereits sehr verbreitet. Hier bieten sich Monito Möglichkeiten des zukünftigen Wachstums. «Momentan befinden wir uns in der Wachstumsphase. Die Herausforderung besteht heute darin, dass wir die 300 Millionen Menschen erreichen, welche jährlich Geld transferieren», sagt François Briod.

Das Kapital

Die Finanzierung von Monito kann in drei Phasen unterteilt werden: Zu Beginn waren es einzig und allein Zeit und Geld der Gründer. In der zweiten Phase gab es zwei Finanzierungsrunden, wobei insgesamt rund 1 Million Franken eingesammelt werden konnte. Die dritte Phase besteht aus einem Kredit über 500 000 Franken der Fondation pour l’innovation technologique (FIT), den Monito im Sommer 2017 erhielt.

Die Chance

Monito hat sich zum Ziel gesetzt, dass ein Geldtransfer für Kunden noch einfacher wird. Das Ideal dabei ist, dass Kunden, die Monito bereits nutzen, mittels eines einzigen Klicks eine Transaktion durchführen können.

Doch auch wenn die Idee von Monito sehr durchdacht ist, es gibt auch andere Plattformen wie moneytransfercomparison.com, finder.com oder Top10Money-Transfer.com, die ebenfalls in diesem Markt mitmischen wollen.

Das meint der Experte 

Jean-Philippe Lallement
Quelle: ZVG

«Monito bringt eine neue Leichtigkeit in den Geldtransfer-Sektor. Das Startup vereint eine soziale Vision und sehr gute digitale Skills.»

Jean-Philippe Lallement EPFL Innovation Park