Ikea will die Krise ohne Hilfe vom Staat meistern – auch in der Schweiz. «Wir haben den Antrag auf Kurzarbeitsenschädigung zurückgezogen», bestätigt ein Sprecher von Ikea Schweiz gegenüber HZ. Das Unternehmen hatte für rund 1'200 der 3000 Mitarbeitenden Kurzarbeit angemeldet.

Ikea Schweiz setzte mit diesem Entscheid eine Weisung der Konzernzentrale um: Ikea verzichtet in einer Reihe von europäischen Ländern auf die staatlichen Zuschüsse. Man habe genügend Ressourcen, um die Ausfälle ohne Hilfe aufzufangen, begründet das Unternehmen.

Starke Verkäufe im Netz

In der Schweiz waren die neun Möbelhäuser während acht Wochen geschlossen. Der Onlineshop blieb hingegen aktiv – und dort lief das Geschäft viel stärker als sonst: Ikea konnte etwa ein Drittel des üblichen Umsatzes digital abwickeln.

Und nach der Wiedereröffnung sind die Verkäufe auch in den normalen Geschäften höher als gewohnt. Insgesamt dürfte die Betriebsschliessung dem Unternehmen nur zehn Prozent des Jahresumsatzes gekostet haben – letztes Jahr setzte Ikea Schweiz 1,1 Milliarden Franken um.

Der schwedische Einrichtungskonzern hatte während der Corona-Krise in mehreren Ländern seine Läden schliessen müssen und befürchtete massive Geschäftseinbussen, die jedoch letztlich moderater ausfielen als zunächst angenommen.

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Auch in Deutschland steigt der Umsatz

Auch in Deutschland trifft die Krise den schwedischen Möbelhändler nicht so hart wie andere Unternehmen – im Gegenteil: Der Deutschlandchef ist mit den Umsätzen aus den letzten Wochen «sehr zufrieden». Dies sagte Dennis Balslev gegenüber der «Wirtschaftswoche».

Ikea habe während dem Lockdown einen Umsatzeinbruch von 90 Prozent erlitten, erklärte der Deutschland-Chef. In dieser Phase habe man sich auf das Online-Geschäft konzentriert und konnte Ausfälle teilweise wieder wettmachen. Seit dem 13. Mai sind die Möbelhäuser wieder offen – und die Umsätze seien gut.

Daher will Ikea nun auch in Deutschland auf Kurzarbeit-Entschädigungen verzichten: Der Konzern hat den entsprechenden Antrag wieder zurückgezogen. Konkret hatte Ikea für rund 2000 der 20'000 deutschen Angestellten Kurzarbeit angezeigt.

Umsatzeinbruch von 90 Prozent

Ikea – respektive der Mutterkonzern Ingka Group – hatte schon am Montag verkündet, man wolle auf Staatsstützen verzichten: In mehreren Länder wurden Corona-Hilfsgelder bereits zurückgezahlt. Es seien Gespräche  mit den Behörden in Belgien, Kroatien, Tschechien, Irland, Portugal, Rumänien, Serbien, Spanien und den USA im Gange.

(mbü/rap)

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