Bei der UBS ist das Mandat offenbar viel längerfristiger und breiter angelegt, da gehts um strategische Fragen, um Effizienz und um die Ausrichtung der UBS Schweiz. Äussern will sich dazu offiziell niemand.

Auch bei der Credit Suisse ist McKinsey engagiert. Da geht es gezielt ums Risikomanagement. Dieses steht nach den Pleiten rund um Greensill und Archegos auf dem Prüfstand. Beide Male scheint es zu groben Versäumnissen im Risikomanagement gekommen zu sein. Insbesondere geht es darum, den Informationsfluss in der komplexen Bankstruktur zu verbessern. Offenbar hat der Verwaltungsrat von den riesigen Risiken beim US-Hedgefonds Archegos nichts mitgekriegt.  

McKinsey soll Unfälle verhindern

Die beiden errwähnten Fälle könnten der Bank Verluste in Milliardenhöhe bescheren. Zudem lasten die Affären schwer auf dem Aktienkurs, der unter 10 Franken dümpelt. Eine Erholung ist angesichts der laufenden Aufarbeiten nicht so schnell zu erwarten.

Die Finanzmarktaufsicht Finma hat in beiden Fällen Enforcement-Verfahren gegen die Bank eingeleitet. Im Zuge von Greensill und Archegos wurden mehrere CS-Manager suspendiert. Die oberste Risiko-Chefin Lara Warner und der Chef des Risiko-Ausschusses im Verwaltungsrat, Andreas Gottschling, mussten kürzlich ihre Posten räumen. McKinsey soll nun dafür sorgen, dass künftig keine groben Unfälle passieren.

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