Die Migros Bank begräbt ihre Pläne, zusammen mit der Kartenherausgeberin Cembra eine Gratiskreditkarte für ihre Bankkunden auszugeben. Das bestätigt Bank-Sprecher Urs Aeberli gegenüber der «Handelszeitung». «Das Vorhaben betreffend die Kreditkarten mit Cembra wird nicht mehr weiterverfolgt», sagt Aeberli.

Zwar verfolge die Bank weiterhin den Plan, eine Gratis-Kreditkarte auszugeben. Dies solle noch im Verlauf des Jahres stattfinden. Nur werde man dies zusammen mit der Kartengesellschaft Viseca tun, an der die Migros Bank beteiligt ist, und die seit Jahren Karten für die Migros Bank ausgibt.

Vor einem Jahr hatte das noch ganz anders getönt. Damals kündigten Migros Bank und Cembra ein neues Gratisprodukt an, das im Verlauf des Jahres 2020 hätte lanciert werden sollen. Die Kooperation war eine Kampfansage an Partnerin Viseca – ein Gemeinschaftsunternehmen zahlreicher Kantonal- und Regionalbanken. Und für Cembra war es eine wichtige Ankündigung. Mit der Migros Bank hätte sie erstmals eine Bank als Partnerin gewonnen.

Die Partnerschaft lag zudem nahe, verdient Cembra das meiste Geld doch mit der über den Migros-Detailhandel vertriebenen Cumulus-Kreditkarte. Mehr als 80 Prozent der Cembra-Karten laufen über das Migros-Label, was gleichzeitig für Cembra auch ein grosses Klumpenrisiko darstellt.

Sinneswandel - oder von Anfang an ein Power Play?

Warum der Sinneswandel? Denkbar ist, dass der im Sommer neu von der BLKB zur Migros Bank gestossene CEO Manuel Kunzelmann das Vorhaben mit Cembra stoppte. Gestartet wurde dieses noch unter Kunzelmanns Vorgänger Harald Nedwed. Denkbar ist auch, dass die Bank mit der Ankündigung ihre langjährige, aber teilweise etwas unflexible Partnerin Viseca unter druck setzen wollte.

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Wie andere Banken kündigt auch die Migros Bank die Einführung einer «internetfähigen Debitkarte» an. Diese dürfte über das Label «Debit Mastercard» laufen, welches bei Viseca bereits zum Einsatz kommt, und die bisherigen Maestro-Karten ersetzen.

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