Die Commerzbank will die Hälfte der ­Fi­lialen schliessen. Die Deutsche Bank schliesst sich mit Google kurz. In der Schweiz startet mit Yapeal eine neue ­Digitalbank. Und Cler positioniert sich als «digitale Bank mit physischer Präsenz» (man beachte die Reihenfolge). Dies ein paar News der letzten Tage.

Der Trend ist klar. Nachdem noch vor kurzem überall Bankfilialen aufgemöbelt wurden, liegt die Zukunft im digitalen Vertrieb. Eine Überraschung sollte das eigentlich nicht sein, denn im Banking findet nichts anderes statt als bei den Medien und in der Kultur, im Handel oder Tourismus. Wann waren Sie zuletzt in einem Reisebüro? Wo gibt es noch Plattenläden? Spotify, Zalando und Expedia haben Anbieter ersetzt, die den Wandel nicht kommen sahen.
 

Hören Sie im Podcast «HZ Insights»: «So treibt Revolut die Schweizer Banken vor sich her»

«Im Banking passiert das nicht!», hört man ­hin­gegen in der Schweizer Bankenszene. Der Kunde wünsche sich Nähe und persönliche Betreuung, meint man dort. Dabei weht auch hier längst ein anderer Wind – wenngleich dieser nicht aus der Schweiz bläst. Neue Aktienhandelsplattformen stammen aus England oder den USA. Innovative Mobile-Banken aus Spanien oder Osteuropa zeigen, wie einfach Banking sein kann. Gemeinsam ist vielen ein globaler Ansatz, denn in der Skalierung liegt die digitale Zukunft. Und die Rendite.
 

Das Killerkriterium im digitalen Banking

Viele Banken versuchen digitales Banking nur halbherzig. Revolut zeigt, wie es gehen könnte – und dabei geht es um mehr als niedrige Gebühren. Mehr dazu hier

Bankfilialen braucht es dafür keine. Für wichtige Anliegen reicht allenfalls ein Flagship-Store mit ein paar Beratungsnischen. Die Handy-App ist zur ­neuen Filiale geworden. Banken, die das noch nicht begriffen haben, gehen auf eine unsichere Zukunft zu. Es ist Zeit für mutige Würfe statt Lokalkolorit.