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Kantonalbank
Neue Allfinanz-Lösung aus dem Baselbiet

BLKB-Chef John Häfelfinger, Anivo-Präsident Alexander Bojer und Bâloise-Schweiz-Chef Michael Müller (v.l.).

Die Basellandschaftliche Kantonalbank hat eine Fintech-Tochter gegründet, über die sie Versicherungen der Bâloise vertreibt.

Von Michael Heim
am 07.03.2018

Mit Champagner haben die Chefs der der Basler Versicherung, der Basellandschaftlichen Kantonalbank und des Versicherungsvermittlers Anivo am Dienstagabend auf ein neues Angebot angestossen, das es so noch nicht gebe, wie BLKB-Chef John Häfelfinger betont. Nach einem Jahr Entwicklungszeit lanciert die BLKB zusammen mit ihren Partnern im April eine Plattform, mit der direkt aus dem Bank-Beratungsgespräch heraus Versicherungsberatung angeboten werden kann.

Die Arbeitsteilung: Die Versicherungen stammen von der Bâloise, die Technologie von Anivo, und abgewickelt wird alles über die BLKB-Tochter Servicehub AG, über deren Gründung die Handelszeitung bereits berichtet hat.

Risiken im Umfeld von Hypotheken versichern

In erster Linie sollen Versicherungen vermittelt werden, die einen direkten Bezug zum Hypothekargeschäft haben. Etwa bei Erwerbsaufall infolge von Trennung oder bei Schäden an den Immobilien. «Viele Bankkunden unterschätzen etwa das Risiko einer Scheidung massiv, wenn sie eine Hypothek abschliessen», sagt Bankchef John Häfelfinger.

Anders als bei anderen Banken vermittelt die BLKB nicht einfach Kunden an eine Versicherung, sondern sie bindet die Versicherungsberatung über einen Video-Chat ein. «Wenn der Kunde interessiert ist, schalten wir einen Berater von Anivo per Video hinzu», so Häfelfinger. Bei den Versicherungen handle es sich um neue Produkte, die einen direkten Bezug zu Hypothekarkrediten hätten, sagt Michael Müller, CEO Schweiz der Bâloise.

Partnerschaften auch mit Drittbanken

In einem ersten Schritt werde das Angebot bei der BLKB lanciert, sagt Hälfelfinger. «Wir haben jedoch bereits Gespräche mit anderen Banken geführt, die mit unserer Plattform arbeiten könnten.» Und so würden die Baselbieter dann auch am Versicherungsgeschäft anderer Banken verdienen. «Jeder Partner profitiert von der Vermittlung dieser Versicherungen», sagt Häfelfinger. «Damit sei man auch nicht – wie in anderen Partnerschaften – auf Gegengeschäfte angewiesen.»

Dass die Bâloise Bankprodukte der BLKB vertreibt, ist denn auch nicht vorgesehen. Wohl auch, weil die Bâloise mit der Bank Soba eine eigene Bank besitzt.

Bâloise und BLKB arbeiten bereits seit ein paar Jahren zusammen im Bereich der Erdbebenversicherung. Die Bank bietet ihren Hypothekarkunden eine entsprechende Deckung in Zusammenarbeit mit Baloise, Helvetia und Swiss Re an.

Mit dabei: Der frühere Bâloisie-CEO Martin Strobel

Neu ist hingegen der Einbezug des Versicherungsvermittlers Anivo, welcher die Online-Technologie entwickelt hat und das Beratungspersonal für den Versicherungsteil stellt. Bei Anivo gibt es einen Link zur Bâloise: Im Verwaltungsrat der Baarer Firma sitzt unter anderem Martin Strobel, bis 2016 Konzernchef der Basler Versicherung. 

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