Sie haben BMC als CEO sieben Jahre lang geleitet und aufgebaut, Ihr Partner Gerard Vroomen hat die Erfolgsmarke Cervelo gegründet und geleitet. Wie kam es zur Gründung von Open Cycle?
Andy Kessler: Wir sind in der Tat Veteranen der Branche und beide über dreissig Jahre im Geschäft. Bei mir war es so, dass mir der Job als Manager in einer grossen Firma einfach keinen Spass mehr gemacht hat. Es musste immer noch grösser werden, mehr Umsatz, ein Börsengang, der nächste Dienstwagen noch teurer als der Vorgänger. Ich habe irgendwann gemerkt: Das bin ich nicht, das will ich alles gar nicht. Ich habe dann gekündigt, bin erst mal gereist.

Um wenig später bei Cervelo anzufangen.
Ja, aber in einem eher normalen Job als internationaler Verkaufsleiter. Ich wollte am Abend meinen Job im Büro lassen und nicht mit nach Hause nehmen. Aber das ist auch nicht lange gut gegangen. Ich kann einfach nur 150 Prozent und nach vier Jahren war ich wieder am selben Punkt wie bei BMC, in der Höher-weiter-schneller-Maschine. Ich war Ende vierzig und hab mir gesagt: Ich muss mich jetzt entscheiden. Mache ich so weiter und bin dann wieder am gleichen Punkt und frustriert oder riskiere ich etwas. Gerard, den ich bei Cervelo kennengelernt hatte, ging es im Prinzip genauso, vielleicht noch extremer. Er ist ein wahnsinnig innovativer Ingenieur und Mensch, der mit dem Management nie viel anfangen konnte. Kurz nachdem ich Cervelo verlassen hatte, rief er mich an und fragte mich, ob wir beide nicht etwas zusammen machen wollten. Ich zögerte zuerst einen Moment, aber dann wurde mir klar, dass es perfekt ist. Wir sind sehr verschieden, auch in unseren Fähigkeiten, aber das war genau das, was es braucht, um eine erfolgreiche Firma zu gründen.