Mit viel Brimborium lancierte die Postfinance im Frühling eine neue App für ihre Kunden. Moderner sollte sie sein und einfacher zu bedienen. Doch von den Kunden erhielt die Postbank dafür eine Ohrfeige. Viele beklagen sich über das Update, und auch die Bewertungen in den App-Stores von Google und Apple geben zu denken. Diese hat die «Handelszeitung» ausgewertet und in ein Ranking einfliessen lassen, das sich am direkten Durchschnitt der Noten von Apple und Android orientiert. Die gelbe App landet dabei auf dem letzten Rang mit nur 1,7 von 5 Sternen bei Android und 2,2 bei iOS (Gesamtrating am Ende dieses Textes).

Nicht alle Kommentare zur Postfinance sind druckfähig. Von «unbrauchbar» bis «grosser Rückschritt» gehen die milderen. Viele Nutzer erwähnen konkrete Fehler. So funktioniere der Scanner für Einzahlungsscheine schlechter als zuvor. Verärgert hat auch, dass keine Auslandüberweisungen mehr aus der App heraus möglich sind. «0 Punkte! Die bisherige App war viel besser, übersichtlicher und benutzerfreundlicher», schreibt ein Kunde.

Ein Android-Nutzer schreibt, er werde nun wieder zum klassischen Web-E-Banking zurückwechseln. «Als treuer Kunde bin ich sehr enttäuscht», protokolliert er Ende Mai. «Für mich unbenutzbar und nicht kundenreif, daher benutze ich das alte Web UI via Browser. Ich schlage ein Rollback vor, und die App von neu auf mit echten Menschen zu entwickeln.»

Pressesprecher Johannes Möri sagt, man sei «mit den schlechten Bewertungen auf keinen Fall zufrieden». Die steigenden Nutzerzahlen wiesen jedoch darauf hin, dass man auf dem richtigen Weg sei. Im Juni erfolge ein erstes Update. «Weitere Optimierungen folgen noch in diesem Jahr.»