Formulare online einreichen? Handelsregisterdaten im Internet abfragen? Oder einfach mal schnell einen Termin mit dem Steuerbeamten abmachen? 45 Prozent der in einer Online-Umfrage befragten Personen wünschen sich mehr digitale Leistungen vom Staat. Lediglich 30 Prozent sagen, sie seien mit den bestehenden Umfängen zufrieden. Am häufigsten gefordert wird die digitale Vergabe von Terminen (57 Prozent) vor digitalen Anträgen (51 Prozent) oder dem Rechnungsmanagement (46 Prozent).

Bezüglich der Zufriedenheit mit den heutigen Leistungen zeigen sich Unterschiede je nach Region. So scheinen die Nordwestschweizer in der Region Basel deutlich weniger zufrieden mit ihren Behörden als Befragte in anderen Landesgegenden.

Während in der Zentralschweiz 32 Prozent sagen, sie empfänden ihre Behörden als digital gut aufgestellt, liegt dieser Anteil in der Nordwestschweiz lediglich bei 18 Prozent. 16 Prozent antworten dort auf diese Frage mit einem klaren Nein, wärenddem das in Zürich oder am Genferseebecken nur 6 Prozent tun. Eine Aufschlüsselung der Antworten nach einzelnen Kantonen liegt nicht vor, wäre aber wohl aufgrund der Stichprobengrösse nicht aussagekräftig. 

Entsprechend fordern die Nordwestschweizer auch überdurchschnittlich stark mehr Engagement in der Digitalisierung. 49 Prozent geben dort zur Auskunft, der Staat müsse digitaler werden. Noch höher ist dieser Wert allerdings in Zürich und der Zentralschweiz.

Männer sind digital-affiner

Hier zeigt sich zudem ein klarer Unterschied zwischen Männern und Frauen: Während 54 Prozent aller Männer einen Ausbau digitaler Angebote fordern, ist das nur für 37 Prozent der Frauen wichtig. Ein Viertel der befragten Frauen hatte zu dieser Frage gar keine Meinung. 

Über die Plattform YouGov wurden auch 250 IT-Verantwortliche in staatlichen Behörden befragt. Diese fühlen sich offenbar zu wenig in die Veränderungen einbezogen. 71 Prozent sagen, wichtige Entscheide würden über ihre Köpfe hinweg getroffen. Die grössten Investitionen fanden - wenig überrraschend - zuletzt vor allem im Bereich Remote Work statt.

Die zwei Umfragen wurden im Auftrag des Softwareherstellers Citrix durchgeführt und sind nach dessen Angaben nach Alter und Geschlecht repräsentativ für die erwachsene Bevölkerung. Citrix beliefert selbst unter anderem auch staatliche Behörden mit Software.