Federers Einstieg beim Schweizer Sportschuh-Hersteller On ist ein Bruch mit seiner langjährigen Anlagestrategie. Direktinvestments hat er bislang kaum getätigt; und wenn, dann – neben wenigen Immobiliendeals - in Projekte, die unmittelbar mit Tennis zu tun haben.

Dreh und Angelpunkt ist dabei die US-Firma Team8, die er mit seinem Manager Anthony Godsick in Ohio einrichtete, und zwar bereits vor 6 Jahren. Gedacht war sie als Management-Agentur für Sportler: In den ersten Jahren nahm die Firma Eishockeyspieler und Tenniscracks wie Grigor Dimitrov und Juan Martin del Potro unter Vertrag, doch die beiden verliessen Team8 2017.

Auch Federer-Rivale Djokovic ist mit an Bord

Mit ihnen kehrten auch ein paar Mitarbeiter Team8 den Rücken, worauf die Firma das Geschäftsmodell ändert. Statt Spitzensportler zu vermarkten, wurden neue Projekte im Tennis-Markt lanciert. So investierte man in den Aufbau der IT-Plattform UTR (Universal Tennis Rating).Das Scoring-System bietet allen Tennisspielern dieser Welt die Möglichkeit, sich in einem Tennis-Rating zu präsentieren. Dank dieser Transparenz sollen Spieler, Trainer und Sponsoren zusammenfinden.

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Roger Federer hat das internationale Tennisturnier ins Leben gerufen - es trägt den Namen des australischen Tennisstars Rod Laver.

Quelle: Getty Images for Laver Cup

Neben Team8 sind Oracle-Chef Larry Ellison und Tenniscrack Novak Djokovic finanziell mit von der Partie. Ein weiteres Engagement von Team8 ist der Laver Cup, ein Turnier, bei dem Federer eine Handvoll Stars um sich schart und bei dem die Credit Suisse als Hauptsponsor auftritt.

Schliesslich gehört auch der «Match in Africa» zu den Engagements, der jeweils im Februar in Kapstadt mit der Besetzung Roger Federer und Rafael Nadal über die Bühne geht. Das ewige Duell ist eine Initiative von Team8, Rolex und Credit Suisse. Es ist eine Art Home-Coming für Federer, denn seine Mutter stammt aus Südafrika. Der Gewinn aus der Exhibition kommt der Federer Foundation zugute, die in Afrika engagiert ist.

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TOKYO, JAPAN - OCTOBER 02:    Tennis player Roger Federer poses for photographs during a press conference on October 2, 2018 in Tokyo, Japan. (Photo by The Asahi Shimbun/The Asahi Shimbun via Getty Images)

Uniqlo: Die japanische Kleidermarke konnte Federer als Markenbotschafter gewinnen.

Quelle: The Asahi Shimbun via Getty Imag

Federer ist dank seiner Sponsoren ein halber Milliardär

Bislang hat sich Tenniscrack Federer aufs Einsammeln von Millionen konzentriert, darunter Sieggelder und Einnahmen aus Sponsoringverträgen. Diese haben sein Vermögen gemäss BILANZ auf 500 Millionen Franken anschwellen lassen. Federers Reichtum stammt zum Grosssteil aus seinen lukrativen Sponsoring-Verträgen.

Diese folgen einem Standard: Sie sind auf Langfristigkeit angelegt, bringen jeder für sich jährlich Millionen ein und decken unterschiedlichste Branchen ab – von Banking über Mode bis zur Champagner-Marke. Durch dieses breite Portfolio entstehen keine Interessenskonflikte.

Uniqlo und Wilson setzen auf Federer

Abgewickelt werden die Verträge durch die Tenro Holding mit Sitz Bottmingen BL, wo Federer durch Steueranwalt Thomas Graf (Niederer Kraft Frey) sowie Vertragsrechtler Filippo Beck (Wenger Plattner) unterstützt werden. Zu den grossen Deals gehört ein lebenslanger Kontrakt mit dem Racket-Hersteller Wilson und ein 10-Jahresvertrag mit japanischen Kleider-Marke Uniqlo, der ihm insgesamt 300 Millionen Franken einbringt.

Lesen Sie dazu auch unseren Kommentar: Weshalb Uniqlo gut zu Roger Federer passt.

Daneben vertritt Federer Traditionsmarken wie Lindt & Sprüngli, Jura, Mercedes-Benz, Rolex, Moët & Chandon. Der Vertrag mit der Credit Suisse wurde kürzlich nochmals verlängert, dieser trägt ihm jährlich 5 Millionen ein.

Weiter ist er Markenbotschafter des italienischen Pastaherstellers Barilla, der ihm jedes Jahr rund 3 Millionen in die Kasse spült. Aushängeschild ist er seit Jahren beim Privatjetvermittler Netjets und der Telekomfirma Sunrise. All die Engagements bringen ihm gemäss «Forbes» 70 Millionen pro Jahr ein.