Singapur schnitt 2019 im Wettbewerbs-Ranking des WEF auf Rang 1 ab und verwies die Schweiz auf Rang 5.

Doch die «Schweiz Südostasiens» will mehr: Der Stadtstadt in will den Weltwirtschaftsgipfel nach Singapur entführen. Geht es nach dem Willen der asiatischen Metropole, dann wird der Weltwirtschaftsgipfel 2021 in Singapur stattfinden.

Lockt mit Geld

Offenbar ist das Land seit Monaten am Antichambrieren bei WEF-Gründer Klaus Schwab. Dabei winkt Singapur, heisst es in Davos, mit einer umfassenden Kostenübernahme. Dabei geht’s um die Auslagen für Sicherheit und die Kongress-Räumlichkeiten, die Singapur übernehmen würde.

Die Offerte sei attraktiv, trotzdem wolle Schwab lieber im Bündnerland bleiben, heisst es in Davos. Zu wichtig sei ihm der liberale Geist von Davos, der im Stadtstaat, der keine freie Presse kennt, untergehen würde.

Auch New York hat es schon versucht

Es ist nicht der erste Anlauf, das WEF von Davos ins Ausland zu locken. Bereits 2001 hatte New Yorks Bürgermeister Rudy Giuliani versucht, das Stelldichein von Wirtschaft und Politik für immer im mondänen Hotel Waldorf in Manhatten zu etablieren. Schwab war es damals leid, dass es im Vorfeld des Anlasses rund um Davos zu wüsten Auseinandersetzungen kam, die neben verletzten Polizisten auch hohe Sachschäden verursachte.

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Als auch noch Diskussionen über die Sicherheitskosten des Events aufflammten, dislozierte der angesäuerte Schwab das WEF im Januar 2002 nach New York. Kaschiert wurde der Umzug nach New York gegen aussen als Solidaritätsgeste mit der durch Terroranschläge getroffenen Metropole.

Es war schliesslich der damalige Bundesrat Pascal Couchepin, der im Frühling 2002 - nach dem Abstecher an den Hudson - die Behörden von Bund, Kanton und Davos an einen Tisch rief und eine Schweizer Lösung für das Sicherheitskonzept des Wirtschaftsgipfels auf die Beine stellte. Damit war Schwabs Flirt mit dem Ausland passé.

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