Die Fluggesellschaft Helvetic Airways hat ihr neues Flaggschiff präsentiert: Bei einem Anlass am Flughafen Zürich am Donnerstagmorgen zeigte Helvetic-Airways-Chef Tobias Pogorevc erstmals den Flieger vom Typ Embraer E190-E2 mit der Kennung HB-AZA. Mit dabei war auch Helvetic-Eigner Martin Ebner. Das Flugzeug soll ab November in den Dienst treten - geplant ist der erste Flug von Zürich nach Bremen für Swiss. Helvetic führt die meisten ihrer Flüge für die Swiss durch.

Pogorevc sagte zudem, der neue Flieger sei effizienter und leiser. Ausserdem kündigte er an: «Wir wollen die stärkste Regionalfluggesellschaft in Europa werden.»

Embraer Helvetic

Mehr Beinfreiheit und Platz fürs Handgepäck.

Quelle: Tim Höfinghoff

Mehr Stauraum

Die neue Kabine der E2 soll Passagieren mehr Beinfreiheit und Platz für ihr Handgepäck bieten. Es gibt einen dunkelroten Teppich, der vom Schweizer Unternehmen Lantal in Langenthal produziert wird. Neu ist auch, dass jeder Passagier über sein eigenes Service Unit mit Licht und Luftdüse direkt über dem Sitz verfügt. Die Fenster wurden neu dimensioniert, sodass die Kabine grösser und heller wirken soll.

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Martin Ebner: Der Eigner von Helvetic im Gespräch mit «Handelszeitung»-Redaktor Tim Höfinghoff.
Quelle: Brightcove
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Ab jetzt gibt es Einheitsflotte

Mit dem neuen Fluggerät setzt Helvetic auf eine Einheitsflotte vom brasilianischen Hersteller Embraer. So sind bereits Maschinen vom Typ E190-E1 im Einsatz. Bis Juni dieses Jahres nutzte Helvetic zudem Fokker-100-Maschinen. Diese Ära ist nun vorbei.

Die E190-E2-Maschine, die am Donnerstagvormittag gezeigt wurde, ist die erste von zwölf neuen Fliegern, die zu Helvetic stossen werden. Bereits im Sommer 2018 hatte Helvetic die Bestellung der zwölf E190-E2 sowie Kaufrechten für weitere zwölf Maschinen verkündet. Würden alle Maschinen tatsächlich gekauft, hätte dies ein Volumen von rund 1,5 Milliarden Dollar (Listenpreis).

Die E190-E2 haben Triebwerke vom Typ Pratt & Whitney (PW). Dieser Anbieter sorgte kürzlich bei der Swiss für erhebliche Schwierigkeiten, die A220-Flotte musste am Boden bleiben. Mittlerweile gilt zudem eine behördliche Auflage, dass Piloten der A220 im Reiseflug vorläufig nicht vollen Schub geben dürfen.

Helvetic Embraer

Helvetic rollt seinen Passagieren den roten Teppich aus.

Quelle: Tim Höfinghoff
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Beim Helvetic-Triebwerk der E190-E2 handelt es sich um eine Variante des Typs, der für den Stillstand bei der Swiss verantworlich war. Zudem war das Helvetic-Triebwerk für die neuen E190-E2 von von einer Direktive der US-Flugaufsicht FAA betroffen, dabei ging es um erweiterte Kontrollen. «Der Triebwerktyp der E2 ist vom Aufbau, Funktionalität und Aussehen her identisch, jedoch handelt es sich hier um eine Variante, Embraer E190-E2 nutzt die Variante PW1900G, Airbus A220 nutzt die Variante PW1500G», so Helvetic-Sprecher Mehdi Guenin damals zur «Handelszeitung».

Am Donnerstag sagte Helvetic-Airways-Chef Pogorevc, dass die neue Maschine den Triebwerkstyp PW 1919 einsetze und laut der jüngsten Weisung der Behörden zusätzliche Triebwerks-Inspektionen nötig seinen - und zwar alle 50 Cycles, bis 300 Cycles vorbei sind. Ein Start und eine Landung entspricht 2 Cycles. Eine Beschränkung, wie bei den A220-Fliegern was den Schub angehe, gebe es allerdings nicht.

Konkret heisst das nun für Helvetic, dass das Triebwerk des neuen Fliegers pro Woche für 2 Stunden zusätzlich inspiziert werden müsse, so Pogorevc.

(Eine erste Version dieses Textes wurde bezüglich der Cycles-Informationen präszisiert.)

Die neue Embraer 190-E2 von Helvetic

  • Crew: 2/3
  • Reisegeschwindigkeit: 870 km/h
  • Kabinenlänge: 22,55 Meter
  • Sitzbreite:  46 cm
  • Sitzabstand: 74 - 76 cm
  • Flugzeuglänge: 36,2 Meter
  • Flugzeughöhe: 11 Meter
  • Flügelspannweite: 33,7 Meter
  • Sitzplätze: 110
  • Reichweite: 5278 Kilometer
  • max. Startgewicht: 52 Tonnen
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