Am Montag hat der Mischkonzern Conzzeta bekannt gegeben, er wolle sich nur noch auf einen Geschäftsbereich konzentrieren: die Blechbearbeitung. Ausser dem Unternehmen Bystronic will Conzzeta somit alle Geschäftsbereiche verkaufen, also Mammut, Schmid Rhyner und FoamPartner.

Die Handelszeitung bewertet, welche Marken als Käufer für das Bergsport- und Outdoor-Label Mammut in Frage kommen:

Der Riese aus China: Anta Sports

Das rasante Wachstum von Anta in den letzten drei Jahren ist beeindruckend. Einen gewaltigen Sprung in Europa machten die Chinesen Anfang 2019 mit der Übernahme der finnischen Amer – und damit von Premium-Marken wie Arcteryx und Peak Performance. Mammut würde das Portfolio gut ergänzen – und Anta den Weg in den Markt für Profi-Ausrüstung ebnen. Klar ist: Das Geld für Mammut – rund 400 Millionen Franken – liegt bereits in der Kasse.

  • Bewertung: Sehr wahrscheinlich.

Die Zweitplatzierten: Vaude, Schöffel und Co.

Die deutschen Familienunternehmen Vaude und Schöffel gehören in Europa zu den wichtigen Outdoor-Brands, haben aber ein ähnliches Problem wie Mammut: Global sind sie Nobodys und schlecht distribuiert. Ausserdem wäre Mammut für beide Firmen eine Nummer zu gross; ein Deal würde die finanziellen Mittel von beiden deutlich übersteigen. Ähnliches gilt für die italienische Oberalp mit der bekannten Marke Salewa.

  • Bewertung: Praktisch ausgeschlossen.

Ambitionierte Golfer: Callaway

Callaway ist jedem Golfer ein Begriff. Doch das kotierte US-Unternehmen strebt über Fairways hinaus in den Outdoor-Markt. Im Frühling 2019 hat Callaway die Übernahme von Jack Wolfskin abgeschlossen – und für das deutsche Label rund 450 Millionen Franken auf den Tisch gelegt. Ein Übernahme von Mammut würde das Outdoor-Angebot von Callaway gegen oben abrunden – und Mammut könnte vom etablierten Distributionsnetz in China profitieren.

  • Bewertung: Wahrscheinlich.
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Ein zweiter Streich: K2

Die Skimarke K2 kennt jeder, der schon auf zwei Latten durch den Tiefschnee gefahren ist. Das koreanische Unternehmen K2 dagegen ist in Europa so gut wie unbekannt. Erst im vergangenen Oktober allerdings übernahmen die Koreaner die Bergsport-Marke Eider – und wurden dafür in Asien als Retter von europäischen Outdoor-Labels gefeiert. Durchaus möglich also, dass sich K2 auch das Mammut-Dossier anschaut. Einmal ist schliesslich kein Mal.

  • Bewertung: Wahrscheinlich.

Der Dominator: VF Corporation

Mit einem Portfolio von fast 20 Marken und einem Umsatz von umgerechnet über 9 Milliarden Franken spielt die amerikanische VF im Outdoor-Geschäft in einer eigenen Liga. Eine Übernahme von Mammut drängt sich allein schon deshalb strategisch nicht auf – zumal VF insbesondere auf dem Outdoor- Massenmarkt unterhalb des Premium- und Profigeschäfts aktiv ist. Sicher ist: Die Amerikaner haben nicht auf eine Gelegenheit in der Schweiz gewartet.

  • Bewertung: Eher unwahrscheinlich.

Schweizer Lösung: Scott Sports Group

Conzzeta-Präsident Ernst Bärtschi sagte, es könnte sein, dass Mammut an einen Ausländer verkauft werde. Ein Wink mit dem Zaunpfahl, um Schweizer Interessenten aus der Reserve zu locken? Vielleicht. In Frage käme die Scott Sports Group von Beat Zaugg. Dagegen spricht allerdings, dass Zaugg bislang – obwohl er mit Scott in verschiedene Sportarten expandiert hat – eine strikte Ein-Marken-Politik verfolgt hat. Hält er daran fest, braucht er Mammut nicht.

  • Bewertung: Eher unwahrscheinlich.