Zwei Organisationen im Bereich Gesundheit und Soziales stehen im Ranking ganz weit oben: die Schweizer Paraplegiker-Stiftung (SPS) und die Stiftung Bühl. Sie zeigen exemplarisch, wie sinnstiftende Aufgaben, eine gelebte Kultur und moderne Arbeitsbedingungen zu hoher Mitarbeiterzufriedenheit führen.
Die Schweizer Paraplegiker-Stiftung mit Sitz in Nottwil ist weit mehr als ein Rehabilitationszentrum. Als Gruppe vereint sie Medizin, Forschung, Bildung, Beratung und Solidarität für Menschen mit Querschnittlähmung – und nimmt international eine Vorreiterrolle ein. Für die Mitarbeitenden ist diese klare Mission zentral. «Unsere Firmenkultur stützt sich auf eine klare Vision. Alle Mitarbeitenden wissen, wofür sie sich in ihrem Bereich einsetzen, um zur Erfüllung dieser Vision beizutragen – als Teil von etwas Grösserem», sagt HR-Leiter Marcel Unterasinger Stäger, «viele erleben ihre Arbeit als besonders sinnhaft – nicht abstrakt, sondern im täglichen Tun.»
Gleichzeitig investiert die SPG gezielt in attraktive Rahmenbedingungen. Neben Lohnanpassungen wurden vor allem Massnahmen zur besseren Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben umgesetzt. Besonders geschätzt werden etwa «der Neubau einer Kindertagesstätte auf dem Campus oder die betreute Ferienwoche für Schulkinder». In den letzten Jahren habe sich der Fokus zudem stark in Richtung Flexibilisierung verschoben – mit Teilzeitmodellen und Jobsharing «bis auf die oberste Kaderstufe». Ergänzt wird dies durch Investitionen in digitale Lernangebote, KI-Kompetenzen und moderne Arbeitsmittel.
Getragen wird das alles vom sogenannten Spirit von Nottwil. Darunter versteht die Gruppe «die enge interprofessionelle Zusammenarbeit über alle Berufsgruppen hinweg», geprägt von Wertschätzung, Dialog und dem gemeinsamen Ziel, für Menschen mit Querschnittlähmung möglichst wirkungsvoll zu sein.

So macht lernen Spass: Die Oberstufe der Stiftung Bühl.
Auch die Stiftung Bühl, die in Wädenswil Kinder und Jugendliche mit geistiger Behinderung oder Lernbehinderung begleitet und fördert, überzeugt durch eine starke, konsequent gelebte Kultur. Sie zählt in der Schweiz zu den etablierten Institutionen in der Sonderpädagogik und verbindet Schule, Therapie, Wohnen und Ausbildung unter einem Dach.
Entscheidend ist die Organisationskultur
Direktorin Brigitte Steimen betont, dass gute Arbeitsbedingungen zwar wichtig seien – etwa Homeoffice, faire Anstellungsbedingungen oder soziale Absicherung. «Das bieten aber viele andere Arbeitgebende auch.» Den Unterschied mache etwas anderes: «Matchentscheidend ist die Organisationskultur.» Transparenz, Fairness, Respekt und Wertschätzung seien keine Schlagworte fürs Leitbild, sondern tägliche Arbeit. «Sie sind kein Wohlfühlprogramm – es ist harte Arbeit, diese Werte im Alltag konsequent zu leben.»
Zentral dafür seien Führungskräfte, die diese Haltung teilen, so Steimen. Ebenso wichtig sei Gestaltungsfreiheit: «Mikromanagement vonseiten der Führung ist völlig falsch.» Die Stiftung setze bewusst auf eine fehlerfreundliche, angstfreie Kultur. «Wenn Mitarbeitende Angst davor haben, Fehler zu machen oder Fehler einzugestehen, ist das tödlich für eine Organisation.» Konflikte würden offen angesprochen, Diskussionen ernsthaft geführt – mit dem Ziel, gemeinsam bessere Lösungen zu entwickeln und Innovationen anzustossen.
Wer bei Bühl arbeitet, muss diese Haltung mittragen – und vor allem Herzblut für die Aufgabe mitbringen. «Wir begleiten und fördern Kinder und Jugendliche mit einer geistigen Behinderung oder einer Lernbehinderung», sagt Steimen. Engagement und menschliche Haltung seien dafür entscheidend.
Ob im medizinischen Hochleistungsumfeld in Nottwil oder in der pädagogischen Arbeit in Wädenswil: Beide Organisationen zeigen, dass exzellente Arbeitgeber nicht primär über Benefits definiert werden – sondern vor allem über Sinn, Vertrauen, Entwicklungsmöglichkeiten und eine passende Organisationskultur.
