Die fittesten Firmengründer tragen Sneaker, werkeln in irgendeiner Garage und haben wilde Frisuren: Dies in etwa das Bild, das seit den Start-Zeiten von Steve Jobs und Bill Gates in unseren Köpfen herumgeistert – und das auch in der Nach-Zuckerberg-Ära noch stark ist. Die Realität ist allerdings eine andere. Sie besagt eher: Die fittesten Firmengründer haben viel Lebenserfahrung und einige Jahrzehnte in ihrer Branche auf dem Buckel. 

Die Zahlen scheinen hier eindeutig. Forscher der Kellogg School of Management, des MIT und des Census Bureau der USA durchforsteten die Daten von über 2,5 Millionen Firmenlancierungen, nahmen dabei das Alter der Gründer zum Zeitpunkt des Firmeneintrags – und schauten, wer danach am erfolgreichsten war. Und siehe da: Die Startups, welche das schnellste Wachstum hinlegen konnten, hatten Gründer, die im Schnitt 45 Jahre alt waren (Medianwert). Das bedeutet auch: Die Hälfte der Erfolgsgründer war sogar noch älter.

Dieselben Ökonomen hatten letztes Jahr schon ähnliche Daten durchforstet und sich dabei auf Tech-Unternehmen konzentriert – jenes Feld, wo Twens à la Evan Spiegel das Image der Gründer speziell stark prägen. Doch auch da: Beim erfolgreichsten 1 Prozent der Neustarts lag das Median-Alter der Gründer bei 45 (wobei das Alter aller Tech-Startup-Gründer im Schnitt auch schon bei respektablen 42 Jahren lag). Die jüngst veröffentlicht neue Analyse bestätigte dies für weitere Branchen. Und sie ergab, dass auch bei anderen Erfolgskriterien die Forty-Somethings am besten waren – zum Beispiel bei erfolgreichen Exits.