War 2020 das Jahr der Videokonferenz? Nur auf den ersten Blick. Viel wichtiger war ein anderes, ganz altes Kommunikationsmittel: das geschriebene Wort. Im letzten Jahr wurden laut Statista pro Tag 306 Milliarden E-Mails verschickt – ein Rekordwert. Texte regieren mehr denn je die Arbeitswelt. Der durchschnittliche Nutzer der Plattform Slack etwa verschickt mittlerweile 200 Nachrichten pro Woche – und nicht wenige kommen auf über 1000. Diese Buchstabenflut wird weiter anschwellen, erwarten Experten, bedingt durch den Homeoffice-Boom. Denn je mehr auf Distanz zusammengearbeitet wird, desto mehr muss man tippen. Gutes Schreiben wird so zum echten Karrierefaktor. Wie aber erreicht man, dass andere einen gerne lesen?

Vor allem indem man schnell auf den Punkt kommt. «Vor dem ersten Wort sollte man sich überlegen, welche Info der Empfänger wirklich braucht», rät Barbara Schwede, Kommunikationstrainerin aus Biel. Sie gibt ihren Seminarteilnehmern die «Hey-Schatz-Regel» mit: Wer etwas schreiben will, sollte sich zunächst vorstellen, dass er auf der Wohnzimmercouch sitzt und dem Partner in der Küche zuruft, worum es in seinem Mail geht. «Auf diese Kernbotschaft sollte man sich konzentrieren – und überflüssige Details weglassen», sagt Schwede. Am besten behandelt eine Nachricht auch nur ein Thema. Gibt es weitere Punkte, sollten dafür eigene Mitteilungen verschickt werden. Diese kleinen Portionen helfen dem Empfänger, so kann er das Thema nämlich abhaken, nachdem er das Mail beantwortet hat.