Es geht aufwärts im Geschäft mit dem Streuen, Sprühen, Pflügen, Mähen, Schneeräumen, Blasen, Transportieren, Kehren oder dem Aufbringen von Fahrbahnmarkierungen – die Aebi Schmidt Gruppe mit ihren Kommunalfahrzeugen und Flughafenreinigern liegt beim Auftragseingang «mehr als 40 Prozent über Vorjahr», wie CEO Barend Fruithof berichtet, als Jahresumsatz erwartet er rund 750 Millionen Euro, nach aktuellem Kurs gut 770 Millionen Franken.

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Bei Letzterem ist bereits die im Dezember integrierte Monroe Truck Equipment mitgerechnet; Fruithof hatte die US-Firma, die Auf- und Anbauten für Nutzfahrzeuge herstellt und Handel betreibt, 2021 übernommen.

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Die Integration von Monroe komme «planmässig» voran, so Fruithof, die «integrierte Organisation wurde per 1. Mai quasi in Betrieb genommen». Bereits habe Aebi erste Maschinen über die neu erworbene Verkaufstruppe von Monroe in den USA verkaufen können; stolz sei man, dass darunter auch die neu entwickelte, voll elektrische Stadtkehrmaschine E-Swingo sei.

Aber auch Aebi Schmidt, dank dem Trend zur Verstädterung und dem langfristig wachsenden Flugverkehr grundsätzlich eine Wachstumsmaschine, fährt nicht ungeschoren durch Pandemie und Ukraine-Krieg: Der Mangel etwa an Stahl oder Halbleitern hat dazu geführt, dass die Lieferfristen von ansonsten drei bis vier Monaten inzwischen bis zu vier Mal so lang sind.

Und die Preiserhöhungen für Rohmaterial, Stahl zum Beispiel kostet derzeit bis zum Doppelten des Üblichen, schlagen sich einerseits in der «Bottom Line» nieder; Fruithof kalkuliert mit einer zweistelligen Millionensumme, die im Betriebsgewinn 2022 fehlen wird. Andererseits musste Aebi die Verkaufspreise anheben, für einzelne Produkte um über 50 Prozent. Ohne diese Stockungen in den Lieferketten, so Fruithof, «könnten wir 2022 einen deutlich höheren Umsatz erzielen». Genauere Angaben zu Kennzahlen macht er nicht.

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Beobachter halten Jahresumsätze von 850 bis 950 Millionen Franken für realistisch, sofern sich die Materiallage stabilisiert. Damit würde ein Börsengang in greifbare Nähe rücken: Haupteigner Peter Spuhler, der an Aebi privat und via seine Holding über zwei Drittel hält, und die weiteren Grossaktionäre Gero Büttiker (knapp 25 Prozent) sowie Fruithof selbst, der 6 Prozent hält, wären einem IPO sicherlich zugeneigt – mittelfristig. Zunächst gilt es, der Umsatzmilliarde näherzukommen. Sie gilt als Schwelle, um das Interesse internationaler Investoren anzuziehen.