Der globalisierte Kunstbetrieb gleicht einem Schnellzug, bei dem jemand in voller Fahrt die Bremse gezogen hat – und trotzdem den Crash nicht verhindern konnte. Bis Anfang Juli fiel der Umsatz der Auktionshäuser Christie’s, Sotheby’s und Phillips gemäss dem Brancheninformationsdienst ArtTactic von 5,7 Milliarden auf 2,9 Mil­liarden Dollar – das sind fast 50 Prozent weniger als im Vorjahr. Auch die starken Umsatzsteigerungen in Onlineauktionen können die Verluste nicht wettmachen.

«Dem Kunstmarkt wurden auf einen Schlag alle traditionellen Verkaufsplattformen entzogen», resümiert Iwan Wirth von der global operierenden Galerie Hauser & Wirth die erste Schockwelle. Seit März erlebt das Messetreiben einen Dornröschenschlaf. Die prestigiöse TEFAF (European Fine Art Fair) in Maastricht wurde vorzeitig abgebrochen. Die Art Basel und Kunstmessen in London und New York wurden erst verschoben und dann ganz online ­abgehalten, und ob die FIAC (International Contemporary Art Fair) Ende Oktober wirklich stattfinden wird, steht noch in den Sternen.