Diesmal soll es nun wirklich eine langfristige Lösung sein, wird man im Umfeld von Margarita Louis-Dreyfus nicht müde zu betonen. Michael Gelchie, der seinen Job am 1. Oktober angetreten hat, sei ein bestens ausgewiesener Interner, der Firma und Leute kenne. Vorgänger Ian McIntosh wird – gerade mal 59 Jahre alt – pensioniert. Vor ihm hatte die Firma schon fünf CEOs in nur fünf Jahren verschlissen.

Gelchie (53) ist auf den CEO-Posten vorbereitet worden, er war seit 2019 Chief Operating Officer. Dass er beim Handels­konzern, dessen Gewinne arg unter Druck sind, fürs Kostensenkungsprogramm zuständig war, dürfte ihm geholfen haben. Er wurde seit Bekanntgabe des Wechsels im Juli von McIntosh noch einige Monate eingeführt.

Margarita Louis-Dreyfus hat das letzte Wort

Beim letzten Wechsel vor zwei Jahren war die Sache in der Tat einiges hektischer: Im Vorfeld des abrupten Abgangs von CEO Gonzalo Ramírez Martiarena soll es zu Differenzen mit Präsidentin Louis-Dreyfus gekommen sein, wussten Insider zu berichten. Der CEO habe eigenmächtig gehandelt, sei kein Teamplayer gewesen.

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Das letzte Wort bei der Firma hat aber stets Margarita, wie Insider aus der obersten Führung des Unternehmens gegenüber BILANZ schilderten. Oft würden Dinge vorgespurt, sie zeige sich interessiert, um es dann aber am Schluss doch so zu machen, wie sie es selber wolle.

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Diese Haltung hat wohl gute Gründe: Über Jahre musste sich die gebürtige Russin ihre Stellung in der Firma gegen starke Gegenspieler aus dem Umfeld ihres 2009 verstorbenen Gatten Robert Louis-Dreyfus erkämpfen. Erst 2019 konnte sie ihre Beteiligung auf 96 Prozent erhöhen und ist seither die un­bestrittene Herrscherin.

Dies allerdings zum Preis einer hohen Verschuldung: Die Credit Suisse hat die Aufstockung mit einem Kredit von einer Milliarde Dollar finanziert. Louis-Dreyfus musste dafür ihr Mehrheitspaket als Sicherheit hinterlegen.