Milch, Brot und Gemüse zu bestellen, wird immer beliebter. Die Online-Supermärkte Migros Online, Coop.ch und Farmy haben vergangenes Jahr alle ein zweistelliges Wachstum hingelegt. Nun werden sie von einem Neuling angegriffen.

Der im Juli 2021 gegründete Blitz-Lieferdienst Stash startet eine grössere Expansion. «Nach Zürich, Basel, Luzern und Genf werden im zweiten Quartal auch St. Gallen, Winterthur, Bern und Lausanne dazukommen», sagt Stash-CEO Benno Burkhardt. Ziel sei es, Ende Jahr 25 bis 30 Lager zu betreiben und rund zwei Millionen Konsumenten zu erreichen.

Auch interessant
 
 
 
 
 
 

Aktuell betreibt das Start-up sieben Lager. Erweitert werden für die Expansion auch die Liefergebiete in den bestehenden Städten. In Zürich etwa befindet sich ein Lager in Oerlikon im Aufbau, weitere könnten in Zürich-Nord, Höngg oder Schlieren dazukommen. In Genf und Basel sind ebenfalls weitere Lager geplant.

stash

Stash-CEO Benno Burkhardt will die landesweite Expansion so rasch wie möglich vorantreiben.

Quelle: PD

Im Unterschied zu Migros, Coop und Co. liefert Stash die Bestellung innerhalb von zehn Minuten. Der durchschnittliche Warenkorb enthält aber nur sieben Artikel. Beliebt sind etwa Coca-Cola, Bananen, Eier, aber auch Bier und Zigaretten. Weltweit sind jüngst gut ein Dutzend ähnliche Lieferdienste mit globalen Ambitionen gegründet worden. Es herrscht ein Wettrennen.

«Wir wollen uns nun schweizweit etablieren, bevor ein internationaler Anbieter auf den hiesigen Markt drängt.» Einfach ist das nicht, da Coop und Migros ihre Onlinedienste ebenfalls laufend ausbauen. Burkhardt sieht aber gerade in der Geschwindigkeit einen grossen Vorteil. Und diese ist entscheidend, um profitabel zu werden.

Während bei anderen Diensten der Kurier die bestellte Ware oft in den Läden einsammeln und sich an Kunden vorbeikämpfen muss, betreibt Stash nur Darkstores – kleine, in U-Form gebaute Lager mit engen Gängen, in denen der Packer innert 90 Sekunden die Bestellung zusammenträgt und dem Fahrradkurier übergibt.

10 Minuten sollen vergehen, bis die Bestellung von einem Fahrradkurier an der Tür abgegeben wird, wie Stash verspricht.

Ein weiterer Vorteil: «Wir wissen stets genau Bescheid über unseren Warenbestand.» Heisst: Es gibt kaum Fehlbestellungen. Testkäufe haben laut Burkhardt gezeigt, dass hybride Anbieter nicht wissen, wie viele Gipfeli überhaupt im Regal sind und wie viele potenziell in den Körben von Kunden.

Pro Lager rechnet der Stash-CEO mit 15 bis 25 Fahrern. Konkrete Geschäftszahlen gibt er keine bekannt. Für den Break-even brauche es aber täglich 150 Bestellungen. Pro Standort soll das innerhalb eines Jahres erreicht werden. Hauptinvestor ist die Swiss Startup Group. Der wohl bekannteste private Aktionär ist Fabian Cancellara. Der Ex-Radprofi wirkt auch als Captain für die Lieferanten und steht ein für gute Arbeitsbedingungen.

Die eine oder andere Bestellung hat er auch schon persönlich ausgeliefert.