Nur noch ein Schweizer Unternehmen schafft es in diesem Jahr auf die Liste der globalen Top-10-Luxusgüterfirmen. Zwar werden mehr als zwölf Prozent des weltweiten Umsatzes mit Luxusgütern von Schweizer Anbietern erwirtschaftet, doch unter den zehn umsatzstärksten Konzernen rangiert seit diesem Jahr nur noch Richemont. Das ist eines der Ergebnisse einer aktuellen Studie zum globalen Luxusgütermarkt der Unternehmensberatung Deloitte.

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Zwar musste Richemont mit Marken wie Cartier, IWC und Jaeger-LeCoultre im Geschäftsjahr 2020 pandemiebedingte Umsatzeinbussen hinnehmen, doch diese fielen deutlich moderater aus als bei einer Vielzahl der Konkurrenten. So verbuchte etwa die Swatch Group im Geschäftsjahr 2020 einen Umsatzrückgang von 33 Prozent und flog damit aus den Top 10.

Der Umsatz litt vor allem unter der Schliessung von Geschäften und Lieferunterbrechungen während des letzten Jahres. Selbst das Wachstum von 70 Prozent im Onlinegeschäft konnte die Umsatzverluste im traditionellen Detailhandel nicht kompensieren.

Inzwischen hat sich das Blatt gewendet, und die Zahlen für das erste Halbjahr 2021 zeigen eine Erholung – vor allem im für Swatch wichtigsten Markt China läuft es wieder sehr gut. CEO Nick Hayek erwartet für 2022 sogar ein Rekordjahr. Auch Jérôme Lambert, CEO des Richemont-Konzerns, vermeldete für das erste Semester Umsätze über Vorkrisenniveau.
 

Auf dem Vormarsch befindet sich eine weitere Schweizer Luxusuhren-Firma: Rolex ist 2021 von Platz 12 auf 11 geklettert, obwohl auch die Genfer Uhrmacher Corona-bedingte Umsatzeinbussen erlitten. Punkto Marktanteilen hat Rolex – zusammen mit der Marke Tudor – Swatch (u.a. Omega, Breguet, Blancpain und Longines) bereits vom ersten Rang im Luxusuhrengeschäft verdrängt. Das Erfolgsrezept: Knappheit und Exklusivität.

Während der Pandemie haben 80 Prozent der Top-100-Luxusfirmen Umsatzrückgänge gemeldet. Mehr als die Hälfte war trotzdem profitabel. Das waren vor allem diejenigen, die auf bestehende Internetplattformen und digitales Marketing zugreifen konnten. Andere, wie Patek Philippe, erlaubten ihren Partnern im Detailhandel erstmals, ihre Uhren auch online zu verkaufen. Einige wenige Konzerne, etwa Rolex, liessen auch während der Pandemie keinen Onlinehandel zu.