Suni Harford, Chefin des UBS Asset Managements, dürfte mit den jüngsten Bewegungen am ETF-Markt mehr als zufrieden sein. Alle Nettozuflüsse, die UBS in diesem Jahr in börsengehandelten Indexfonds (ETFs) gesammelt hat, gingen in nachhaltige Produkte. Bei den anderen ETFs musste die grösste Schweizer Bank insgesamt Nettoabflüsse verbuchen.

Das kann man bei UBS aber gut verkraften. Zum einen passt der Boom der Fonds mit ESG-Kriterien (Umwelt, Soziales und Unternehmensführung) genau zu den selbst gesteckten Zielvorgaben. Zum anderen – und das dürfte aus Sicht der Asset Manager sogar noch erfreulicher sein: Die Zuflüsse in nachhaltige Indexfonds trugen dazu bei, dass das ETF-Geschäft von UBS weltweit die prestigeträchtige Marke von 100 Milliarden Dollar überschritten hat. Nach Blackrock, DWS und Lyxor ist UBS nun der vierte Emittent in Europa, der es geschafft hat, diese Schallmauer zu durchbrechen.

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Anders als bei UBS sind die Zuflüsse in nichtnachhaltige ETFs bei den meisten Konkurrenten in diesem Jahr bisher grösser als bei nachhaltigen Produkten. UBS profitiert vom grossen Interesse eines breiten Spektrums von professionellen Kunden, wie Family Offices, Vermögensverwaltern und Banken, die auf das Bedürfnis ihrer Endkunden eingehen.

«Institutionelle Kunden wie Pensionskassen und Unternehmen setzen unter anderem vermehrt auch auf nachhaltige Anlagen. Nachhaltigkeit wird immer mehr ein wichtiger und wegweisender Differenzierungsfaktor – insbesondere auf der Investment-Seite», sagt Clemens Reuter, weltweiter Chef für ETFs und Indexfonds bei UBS Asset Management.

Mit dem Boom nachhaltiger Investments hat auch die Kritik an diesem Anlagesegment zugenommen. Dabei wird vor allem der Mangel an Konsistenz und Transparenz angeprangert. Divergierende Regeln für ESG-Investments innerhalb von Europa stellen für Anleger nach wie vor einen Unsicherheitsfaktor dar. Weltweit versuchen die Aufsichtsbehörden, dem Boom bei ESG-Anlagen Herr zu werden.

Einheitliche Definitionen und Offenlegungspflichten könnten das Risiko von Greenwashing reduzieren. Wie wichtig das ist, hat zuletzt der Skandal um den Vermögensverwalter DWS gezeigt. Die ehemalige Nachhaltigkeits-Chefin, Desiree Fixler, wirft DWS vor, Grünfärberei betrieben zu haben. Laut einer Untersuchung des Thinktank Influence Map erfüllen 71 Prozent der ESG-Aktienfonds die anspruchsvolle Paris-Aligned Benchmark nicht.

Vom Wachstum nachhaltiger ETFs konnte auch UBS in den vergangenen Jahren profitieren und verwaltet mittlerweile Vermögen von 35 Milliarden Dollar, was UBS zum zweitgrössten Anbieter Europas in dieser Kategorie macht.