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Bits & Coins
Millionen-Deal: Gehackte Bitcoin-Börse entschädigt ihre Kunden

72 Millionen in Bitcoins gehackt: Jetzt werden die Kunden entschädigt.   Flickr/fdecomite

72 Millionen Dollar erbeuteten Hacker letzten Sommer bei Bitfinex. Nun zahlt die Bitcoin-Börse Verluste der Kunden zurück.

Kommentar  
Von Marc Badertscher
am 04.04.2017

Die Bitcoin-Börse Bitfinex macht, was niemand für möglich gehalten hat: Sie zahlt ihren Kunden zurück, was diese verloren hatten, nachdem die Börse letztes Jahr gehackt worden war.

Es war einer der spektakulärsten Hacks des letzten Jahres. Anfang August 2016 gelang es Online-Dieben, rund 72 Millionen Dollar Kundengelder in Bitcoins zu entwenden. Die Bitcoins der Kunden sollten bei der Börse eigentlich gut gesichert sein. Doch aus bis heute unbekannten Gründen gelang es den Hackern, an die sogenannten «Private keys» zu kommen und damit die Verfügungsgewalt über die Bitcoins zu erlangen.

Zuerst Verluste sozialisiert

Die 72 Millionen Dollar waren zwar nur ein Bruchteil dessen, was die Kunden auf ihren Konten bei Bitfinex hielten. Aber es war mehr, als die Hong-Kong-Börse an Reserven hielt. Es drohte das Ende. Dann ging Bitfinex neue Wege. Zuerst sozialisierte sie das Debakel. Sie verteilte den erlittenen Verlust  schlicht auf alle Kunden. Deren Kontostände wurden einfach anteilsmässig gesenkt. In einem zweiten Schritt teilte sie all diesen Kunden im gleichen Umfang Schuldscheine zu. Das Versprechen lautete: Bitfinex macht weiter. Und sollte die Börse wieder Gewinn machen, werden zuerst die Schuldscheine zurückgekauft.

Bitcoin-Kurs seit August 2015Die Rechnung ging auf. In den letzten Monaten verzeichneten alle Krypto-Börsen Rekordumsätze. Der Handel mit digitalen Währungen wie Bitcoin und Ether stieg exponentiell an. Auch bei Bitfinex. Das füllte dank den Gebühreneinnahmen auch wieder die internen Kassen. Frisches Geld kam auch von neuen Investoren, die an eine rosige Zukunft von Bitfinex glauben. Fortlaufend konnten so schon seit Monaten Schuldscheine zurückgekauft werden. Zudem stand den Kunden offen, ihre Schuldscheine gegen Anteile an Bifinex zu tauschen. Auch das wurde rege gemacht.

Grosser Abschlag

Wie überraschend die erfolgreiche Bewältigung des Hacks für alle Beteiligten war, liess sich am Kurs der handelbaren Schuldscheine ablesen. Ein Schuldschein war ein Versprechen für einen Dollar. Phasenweise letzten Herbst wurden sie allerdings nur für 30 Cents gehandelt. Gestern war es nun soweit. Bitfinex kaufte den letzten Schuldschein zu 1 Dollar nur acht Monate nach dem Hack zurück.

Der Bitcoin kurz erklärt:

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