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Meinung
Über 80 Schweizer Firmen in chinesischer Hand

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Chinesischer Yuan: Die Schweiz ist für Investoren aus der Volksrepublik ein beliebtes Ziel. Keystone

Staatsnahe Firmen aus der Volksrepublik haben in den vergangenen Jahren Dutzende Schweizer Firmen geschluckt. Nun regt sich Widerstand gegen den Ausverkauf der Heimat.

Sven Millischer
Kommentar  
Von Sven Millischer
2017-10-02

Der rote Riese kommt auf leisen Sohlen daher. Das jüngste Beispiel ist China Unicom. Der halbstaatliche Konzern gehört zu den weltgrössten Telekomanbietern und hat vor wenigen Tagen eine Niederlassung in Zürich eröffnet. Dass sich der volkseigne Telekomgigant hier ansiedelt, ist kein Zufall. Verbindet China Unicom doch ausländische Töchter von Multis mit den Konzernzentralen.

Eine Standleitung ins Reich der Mitte? Dieses Geschäftsmodell des Riesen-Telco dürfte sich auch in der Schweiz lohnen. Chinas Unternehmen sind hierzulande nämlich auf Expansionskurs. Eine Auswertung des Wirtschaftsdienstes Bisnode D&B zeigt, dass mittlerweile über 80 Firmen einen direkten chinesischen Eigen­tümer haben (siehe Grafik unten). Parallel zur Kauf-Tour steigt in Bundesbern das Unbehagen gegenüber den Staatskapitalisten.

«Kann dem Schweizer Staat nicht gleichgültig sein»

Denn ein gewichtiger Teil der China-Investments läuft nach industriepolitischem Drehbuch durch staatlich gelenkte Konzerne ab. «Es kann dem Schweizer Staat nicht gleichgültig sein, wenn auf seinem Gebiet ein anderer Staat geopolitische Interessen ausübt», sagt SVP-Nationalrat Hans-Ueli Vogt, der mehrere Interpellationen zur «Übernahme schweizerischer Firmen durch chine­sische Staatsfirmen» eingereicht hat.