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Startup
Ordnung im Design-Chaos

 

Das St. Galler Startup Frontify hilft Unternehmen, ihr Corporate Design zu vereinheitlichen und macht Firmenlogos & Co. fit fürs digitale Zeitalter.

Kommentar  
Von Tatjana Kistler
am 06.04.2016

Die Business-Idee
Frontify schafft Ordnung im Corporate Design von Unternehmen – mit Erfolg, schwören doch bereits Grosskunden wie TUI, Swisscom, Expedia, Helsana, Nasdaq, Toyota, Lego oder etwa Lufthansa darauf. «Die Kernidee von Frontify ist, klassische Corporate Design Manuals, die heute in statischer PDF-Form erstellt und per E-Mail verteilt werden, mithilfe eines interaktiven Online-Tools in das digitale Zeitalter zu transformieren», erklärt CEO Andreas Fischler den Ansatz des im April 2013 gegründeten Startups. Denn die gängigen PDF-Lösungen, in denen alle Details zu Logos und Markenauftritten gesammelt sind, bringen nicht nur aufwendige Layoutprozesse mit sich. Sie benötigen auch Gestaltungssoftware und werden schnell zum finanziellen und zeitintensiven Kraftakt. «Unternehmen müssen für Updates jedes Mal einen Auftrag an die Agentur erteilen, die den Style Guide für das Unternehmen erstellt hat», so Fischler. Dieser muss dann wieder an alle Stakeholder verteilt werden.

Die Chance
«Das Hauptproblem nebst dem Verteilungsaufwand ist, dass so leicht unterschiedliche Versionen der Guidelines parallel im Umlauf sind», betont der Ökonom. Die gängige Layout-Praxis steht ausserdem dem Bedürfnis, dynamische, digitale Kanäle abzubilden, entgegen. Will heissen: Interaktionen, Animationen oder etwa Code-Beispiele liessen sich in PDFs nur schwerfällig oder gar nicht umsetzen. «Auch die Anzahl Kommunikationskanäle und Berührungspunkte von Endkunden zu Unternehmen hat sich durch das Internet vervielfacht», nennt Andreas Fischler die Krux, die es für Firmen  zunehmend komplexer macht, im digitalen Bereich einen einheitlichen Markenauftritt sicherzustellen. Frontify bietet darum seit einigen Monaten eine Online-Lösung an, die es erlaubt, klassische Inhalte wie Logo, Farben, Schriften und digitale Bausteine wie Buttons als Brandrichtlinien ­­für alle Kommunikationskanäle zu do­kumentieren.

Die Gründer
Die Führung des Startups liegt bei CEO Andreas Fischler und Gründer Roger Dudler (CTO). Fischler hat als HSG-Abgänger bei der Namics während zwölf Jahren Erfahrungen gesammelt. Als Nebentätigkeit mischte er als Mitgründer des Startups sakku zwischen 2005 und 2008 bereits in der Startup-Szene mit. Roger Dudler bringt mehr als zehn Jahre Erfahrung in der Softwareentwicklung in die Arbeit beim Startup mit ein. Die Softwareentwickler Christian Merkel, Remo Brunschwiler und Marc Oertle sowie Marketingexperte Josip Bud­zaki, Fabienne Klauser (Agency Sales) und Timur Sagirosman (Enterprise Sales) gehören ebenfalls zum stetig wachsenden Frontify-Team. In den kommenden Wochen sollen zwei weitere Mitarbeiter zu Frontify hinzustossen.

Der Markt
Frontify scheint ein Bedürfnis entdeckt zu haben. Täglich kommen – nebst namhaften Grosskunden – zwischen 100 und 150 Unternehmen und Nutzer aus aller Welt zur Abnehmerschaft des St. Galler Startups hinzu. Kundenschwerpunkte bilden Europa, Australien und die USA. Konkret gehen die Unternehmer bei weltweit gut 8 Millionen Firmen von einem Marktpotenzial von 2 bis 3 Milliarden Franken jährlichem Umsatz für Online-Style-Guides aus. Die Marschrichtung des Jungunternehmens, das ab Anfang 2017 gewinnbasiert arbeiten will, ist klar: Binnen Jahresfrist soll der amerikanische Markt weiter in den Fokus rücken und der Umsatz soll sich verdreifachen. Im Designwirrwarr vieler Firmen haben die St. Galler jedenfalls eine Marktlücke gefunden.
 

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