Bei einer Schiesserei in einem Einkaufszentrum in München hat es am Freitag nach Polizeiangaben offenbar mindestens acht Tote und eine unbekannte Zahl von Verletzten gegeben. Wie eine Sprecherin der Polizei sagte, begann die Schiesserei in einer McDonalds-Filiale.

Auch in der Münchner Innenstadt einen Grosseinsatz der Polizei. Dieser stellte sich allerdings als Fehlalarm heraus. Die Polizei war mit einem Grossaufgebot vor Ort gewesen, nachdem Panik ausgebrochen war. Leute hatten geschrien und waren in Tränen ausgebrochen.

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Aufruf der Behörden

Die Polizei forderte die Bevölkerung auf, das Gebiet um das Einkaufszentrum weiträumig zu meiden. Anwohner sollten ihre Wohnungen nicht verlassen.

Hier eine Zusammenfassung der Ereignisse am Freitagabend:

23.05 Uhr - An der Fahnung hat sich nach dem Fund eines Toten am Tatort nicht geändert. «Nach wie vor ist unser Fahndungsansatz, dass wir von ausdrücklich bis zu drei Tätern ausgehen», so die Erklärung eines Polizeisprechers.

22.55 Uhr - Am Tatort ist nach Polizeiangaben eine männliche Leiche gefunden worden. Derzeit werde geprüft, ob der Mann einer der Täter war, sagte ein Polizeisprecher. Es werde dabei auch geprüft, ob er sich selbst das Leben genommen haben könnte. Experten würden dies «in Ruhe» prüfen. Insgesamt seien damit neun Menschen ums Leben gekommen. 

22.43 Uhr - Kanzleramtsminister Peter Altmaier sagt in der ARD, man könne nicht ausschließen, dass die Tat einen terroristischen Bezug habe. Bestätigt werden könne dies aber ebenfalls nicht.

22.54 Uhr - Nach der Sperrung des Hauptbahnhofs und der kompletten Einstellung des Zugverkehrs hat die Deutsche Bahn am Freitagabend im Münchner Umland Übernachtungszüge bereitgestellt. Dort sollten gestrandete Reisende Unterschlupf finden.

22.32 Uhr - Die Zahl der bestätigten Todesopfer ist auf mindestens acht gestiegen. Das teilte die Polizei über Twitter mit. Die Sicherheitsbehörden wissen nach Angaben von Kanzleramtsminister Peter Altmaier bisher konkret nur von einem Täter in München. «Wir haben von einer Person die Gewissheit», sagte Altmaier am Freitagabend in Berlin. Der Täter sei auf der Flucht.

Man wisse nicht mit Sicherheit, ob diese Person Helfer hatte, so der CDU-Politiker. Er ergänzte mit Blick auf die Motive und Herkunft des Täters oder der Täter: «Wir schliessen keine Hypothese aus.»

22.25 Uhr - Bundespräsident Joachim Gauck äussert sich bestürzt und betroffen über den Anschlag in München. «Der mörderische Angriff in München entsetzt mich zutiefst. In Gedanken bin ich bei allen Opfern und bei allen, die um einen geliebten Menschen trauern oder fürchten. Und ich fühle mich allen verbunden, die im Einsatz sind, um Menschen zu schützen und Leben zu retten.»

22.11 Uhr - Die Polizei hat Spezialeinheiten aus mehreren anderen Bundesländern angefordert. Darunter ist auch das GSG9 der Bundespolizei, wie ein Polizeisprecher am Freitagabend der Nachrichtenagentur dpa sagte. Die GSG 9 ist ein Spezialkommando der Bundespolizei und wird auch im Anti-Terrorkampf eingesetzt.

21.47 Uhr - Für Angehörige gibt es nach Angaben der Polizei eine zentrale Auskunfts- und Vermisstenstelle. Sie ist unter der Telefonnummer 0800 776 6350 erreichbar, wie die Polizei auf Twitter erklärt.

21.43 Uhr - Die Polizei spricht von bis zu drei Tätern. Sie befänden sich immer noch auf der Flucht. Die Fahndung im gesamten Stadtgebiet läuft demnach.

21.32 Uhr - Derzeit hat die Polizei keine Hinweise auf einen islamistischen Terroranschlag. «Aktuell sind mir dazu keine Hinweise bekannt», sagte ein Polizeisprecher vor Journalisten.

21.25 Uhr - Die Polizei bestätigt via Twitter, dass bereits sechs Todesopfer zu verzeichnen sind.

21.19 Uhr - Tschechien verstärkt die Polizeistreifen im Grenzgebiet zu Deutschland, für den Fall, dass einer der Täter versuchen sollte, aus Deutschland zu fliehen. Dies sagte Innenminister Milan Chovanec am tschechischen Fernsehen CT.

21.10 Uhr - Der Betrieb am Münchner Flughafen ist nach der Attacke in München mit Verletzten und vermutlich mehreren Todesopfern zunächst ungestört weitergelaufen. «Wir haben normalen Flugbetrieb», sagte ein Sprecher am Donnerstagabend.

20.58 Uhr - Der bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer und Landesinnenminister Joachim Herrmann sind nach Angaben der Staatskanzlei auf dem Weg nach München, um über die Sicherheitslage zu beraten.

20.44 Uhr - Die Polizei spricht von einer «akuten Terrorlage» in München. Das gab die Münchner Polizei in einer offiziellen Mitteilung bekannt. Der Verdacht fusst einem Sprecher zufolge auf Zeugenaussagen.

20.20 Uhr - Die Münchner Polizei spricht von einem «Terrorverdacht». Der Einsatz laufe in der gesamten Innenstadt, erklärt die Polizei auf Twitter. Sie ruft die Bevölkerung weiter auf, die Öffentlichkeit zu meiden.

20.12 Uhr - Am Karlsplatz (Stachus) hat es nach Angaben der Feuerwehr wohl keine Schiesserei gegeben.

20.08 Uhr - Aufgrund des Polizeieinsatzes wird der Münchner Hauptbahnhof evakuiert. Der Zugverkehr wurde komplett eingestellt, wie die Bahn mitteilt.

20.04 Uhr - Das Krankenhaus Schwabing - das in der Nähe des Olympia-Einkaufszentrums liegt - und weitere Kliniken bereiten sich auf die Aufnahme von Verletzten vor. Dafür würden auch Ärzte und Pflegekräfte aus der Freizeit ins Krankenhaus gerufen, sagt ein Sprecher.

20.02 Uhr - Zeugen meldeten drei verschiedene Personen mit Schusswaffen, wie die Polizei auf Facebook mitteilt. Über Art und Anzahl von Opfern lägen momentan noch keine gesicherten Erkenntnisse vor. Die Polizei sei mit allen verfügbaren Einsatzkräften und mit Unterstützung von Spezialeinheiten, der Bundespolizei und benachbarten Präsidien im Einsatz.

19.57 Uhr - Die Polizei erklärt auf Twitter: «Wir wissen derzeit nicht, wo sich die Täter befinden.» Bürger seien weiter aufgerufen, die Öffentlichkeit zu meiden.

19.43 Uhr - Die Polizei erklärt, Gerüchte um eine weitere Schiesserei in der Innenstadt seien bekannt. «Die Lage ist noch unklar», heisst es auf Twitter.

19.42 Uhr - Der gesamte Verkehr bei U-Bahn, Strassenbahn und Bussen wird eingestellt, wie die Münchner Verkehrsgesellschaft mitteilt. Die Polizei fordert die Bevölkerung auf, U-Bahnen und S-Bahnen zu meiden.

19.28 Uhr - Der U-Bahn-Verkehr sowie mehrere Bus- und Strassenbahnlinien werden nach Angaben der Münchner Verkehrsgesellschaft eingestellt. Nach Angaben der Deutschen Bahn fahren S-Bahnen an der Haltestelle Karlsplatz (Stachus) derzeit ohne Halt durch. Grund sei ein Polizeieinsatz.

19.21 Uhr - Die Polizei bestätigt, dass es mehrere Tote und Verletzte gab. Möglicherweise habe es mehrere Täter gegeben, sagt eine Sprecherin. Es seien noch immer Menschen im Einkaufszentrum.

19.15 Uhr - Die Polizei bestätigt auf Twitter, dass es mehrere Verletzte gegeben habe. Die Lage am OEZ sei noch unübersichtlich.

19.12 Uhr - Der gesamte U-Bahn-Verkehr wird der «Abendzeitung» zufolge eingestellt.

19.08 Uhr - Die Polizei fordert die Bürger zur grossen Vorsicht auf: «Meiden Sie die Umgebung um das OEZ - Bleiben Sie in Ihren Wohnungen. Verlassen Sie die Strasse!», heisst es in einer Twitter-Nachricht.

19.00 Uhr - Die U-Bahnhof des Einkaufszentrums wird wegen des Polizeieinsatzes nach Angaben der Münchner Verkehrsgesellschaft nicht mehr bedient.

(sda/reuters/jfr/moh)