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Kryptowährung
Oswald Grübel spricht sich für Bitcoin aus

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Oswald Grübel: Der Banker war bis Herbst 2011 Chef der UBS.Quelle: Keystone

Der Ex-UBS-CEO zeigt sich als ein Verfechter von Bitcoin. Grübel sieht die Währung sogar als einen möglichen Ersatz für das Bankgeheimnis.

Veröffentlicht am 31.12.2017

Oswald Grübel zeigt eine offene Haltung gegenüber Bitcoin. Die unglaubliche Wertsteigerung der Internetwährung dürfe man nicht als eine reine Blase abtun, sagte der Ex-UBS-Chef in einem Interview mit der «Zentralschweiz am Sonntag» und der «Ostschweiz am Sonntag».

«Der Kursanstieg von Bitcoin sagt uns klar, dass viele Menschen nicht mehr an ihre Notenbanken und an das herkömmliche Papiergeld glauben. Sie horten ihre kleinen Vermögen lieber in Bitcoin als in Dollar, Euro oder Franken», erklärte Grübel. Für Bitcoin spreche zudem die begrenzte Menge, die von der Cyberwährung im Umlauf ist, sowie ihren Status als «einzige Weltwährung» - weil nur sie in Eigenregie im Internet gehandelt werden könne, so die Begründung des Ex-Bankers.

Die fehlende Transparenz beim Handel mit Bitcoin hält Grübel für einen Vorteil. «Nach dem Kauf wird das Vermögen für andere unsichtbar.» Bitcoin könne dadurch vielleicht einmal die Rolle des Schweizer Bankgeheimnisses einnehmen. «Seit es bei uns kein Bankgeheimnis mehr gibt und unsere Banken die Kontoinformationen ihrer Kunden mit über 100 Ländern austauschen, suchen diese Menschen alternative Anlageformen für Vermögen.»

Sein Rücktritt «war das einzig Richtige»

Oswald Grübel war vom Februar 2008 bis September 2011 Chef der UBS. Zuvor, bis 2007, leitete er die Konkurrentin Credit Suisse. Bei der UBS trat er zurück, weil er die Verantwortung für einen Handelsverlust von 2,3 Milliarden Dollar übernahm. Verursacht wurde dieser durch Zockereien des Londoner Investmentbankers Kweku Adoboli.

«Es war im Gründe genommen eine einfache Entscheidung, denn die finale Verantwortung für einen solchen Milliardenverlust kann nur der CEO übernehmen», sagte Grübel. Wichtig sei damals gewesen, dass die Kunden sich beruhigten und die Geschichte in der Öffentlichkeit an Bedeutung verlor. «Mein sofortiger Rücktritt war das einzig Richtige, zumal ich vom Alter her sowieso bald zurückgetreten wäre», sagt er.

Adoboli musste ins Gefängnis. Er ist seit zwei Jahren wieder auf freiem Fuss. Gesprochen haben sich Grübel und Adoboli nie persönlich, wie Grübel sagte.

(mbü, mit Material der sda)

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