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Kommunikation
Viele Schweizer telefonieren per Whatsapp statt per Handy

WhatsApp
Whatsapp: Vor allem bei jungen Schweizer rangiert die App weit oben. Quelle: Keystone

Whatsapp rückt Swisscom und Co. auf die Pelle: Wer täglich telefoniert, tut dies häufiger per Whatsapp als über den Mobilfunkanbieter.

Karen Merkel
Von Karen Merkel
am 19.06.2018

Der Running Gag ist schon alt: Mit dem Smartphone könne man mittlerweile alles, ausser zu telefonieren. Dieses Klischee allerdings trifft nicht zu. Schweizer telefonieren gerne und häufig. 94 Prozent von ihnen telefonieren mindestens einmal in der Woche, zeigt eine repräsentative Umfrage von moneyland.ch.

Neu ist allerdings, welche grosse Rolle Whatsapp spielt: Nicht nur als Messengerdienst ist die Facebook-Tochter bei den Schweizern präsent. Auch als Telefonanbieter hat Whatsapp aufgeholt: 35 Prozent der Schweizer, die täglich telefonieren, benutzen dafür Whatsapp. Lediglich 34 Prozent der Befragten rufen über Swisscom, Sunrise und Co. direkt an.

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«Whatsapp und andere Gratis-Apps werden zu einer immer grösseren Herausforderung für hiesige Telekomanbieter»,  beobachtet Telekom-Experte Ralf Beyeler von moneyland.ch. Die Dienstleister hätten entsprechend darauf reagiert. «Die Handy-Abos unterscheiden sich heute vor allem beim Internet-Angebot. Selbst bei günstigen Abos ist häufig eine Flatrate für Anrufe in alle Schweizer Netze enthalten.» Beidenjenigen, die seltener telefonieren, haben die herkömmlichen Anbieter denn auch noch die Nase vorn.
 

Ingesamt telefonieren 99 Prozent der Schweizer mit dem Handy. Whatsapp verwenden 85 Prozent aller Schweizer zum Telefonieren. Festnetz nutzen noch 75 Prozent aller Befragten. Weit abgeschlagen finden sich andere digitale Angebot wie Skype, Facebook oder Apples Facetime.

In der jüngsten Zielgruppe ist Whatsapp quasi gleichbedeutend mit dem Griff zum Telefon: 93 Prozent der 19- bis 25-Jährigen nutzen Whatsapp zum Telefonieren. Jeder zweite in der Zielgruppe verwendet Video-Telefonie. Hier ist auch die Whatsapp-Alternative Threema noch vergleichsweise beliebt: Immerhin jeder Zehnte in der jungen Zielgruppe nutzt sie.

Insgesamt hat sich Threema aber nicht durchsetzen können: Nur 6 Prozent verwenden die Anwendung überhaupt zum Telefonieren, gerade einmal 1 Prozent der Schweizer tut dies täglich.