Fine Wine bezeichnet einen besonders wertvollen und prestigeträchtigen Wein. Solche werden international auch als Investitionsgüter gehandelt. Die Risiken sind beträchtlich.

So registrierte die führende Handelsplattform für Fine Wine, Liv-ex in London, bei ihren Transaktionen in den vergangenen zwei Jahren einen Wertverlust von 30 Prozent, dies nach über zwei Jahrzehnten stetigen Wachstums.

Günstigere Angebote gefragt

«Überangebot und mangelnde Nachfrage», bringt Justin Gibbs, Mitbegründer der London International Vintners Exchange Liv-ex, die Situation auf den Punkt. Obwohl auch viele Weine für 100 Pfund im Angebot stehen, tränken selbst reiche Leute vermehrt nur ihren Hauswein. Um den Markt zu beleben, sollten vermehrt Weine für 50 Pfund oder weniger verfügbar sein, um so auch eine jüngere Käuferschaft ansprechen zu können.

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Händler kauften derzeit nicht, und wenn, dann nur mit Eigenkapital. Banker schüttelten angesichts der Ertragslage den Kopf. «Niedrige Preise sind grundsätzlich ein guter Kaufzeitpunkt», sagt Justin Gibbs, räumt aber ein, dass dies auch für Liv-ex eine neue Ausgangslage sei. Aktuell stehen Gebote und Angebote im Wert von rund 140 Millionen Pfund auf der Plattform, wo 600 Handelspartnern in 47 Ländern aktiv sind.

Bordeaux primus inter pares

Über 12’000 unterschiedliche Jahrgangsweine wurden 2025 über Liv-ex gehandelt, ein Rekordwert. Die Liste der 100 umsatzstärksten Weingüter zeigt, dass die Region Bordeaux mit 35 Betrieben führend ist. Es folgt das Burgund mit 29 Domaines. Aus Italien stammen 15 Betriebe, 9 davon stammen aus der Toskana, 6 aus dem Piemont. 11 Betriebe repräsentieren die Champagne. Kalifornien partizipiert mit 6 Betrieben, an der Rhone liegen zwei Weingüter, vier  stammen aus anderen Gebieten.

Nummer 1: Château Lafite Rothschild 

Angeführt wird die Liste der Top 100 von Château Lafite Rothschild vor der Domaine de la Romanée-Conti. Es folgen Château Mouton Rothschild,  Champagne Dom Pérignon, Château Petrus und das italienische Weingut Tenuta San Guido (Sassicaia). Zu den grössten Verlierern in der Rangliste zählen Biondi-Santi, Toskana, Château Ausone, Bordeaux, die Domaine d’Auvenay, Burgund, sowie Château Smith Haut Lafitte, Bordeaux. Die grössten Sprünge nach vorne machten die Fattorie Le Pupille, Guado al Tasso, beide Toskana, und die spanischen Bodegas Marqués de Murrieta.