Über das Wochenende bestätigten sich Berichte, dass sich das Coronavirus in Südkorea und Italien ausbreitet, am Dienstag meldete das Bundesamt für Gesundheit auch einen ersten Fall in der Schweiz. Dies bewirkte am Dienstag und vor allem am Montag einen Ausverkauf an den Börsen. Gleichzeitig schnellte der Volatilitätsindex VIX, um 46,6 Prozent in die Höhe. Gefragt waren hingegen sichere Werte wie Gold oder der Schweizer Franken.

Solche Einschnitte und die daraus folgende negative Nachrichtenschwemme testen jeden erfahrenen Investor. Es besteht die Gefahr, den Emotionen freien Lauf zu lassen und in einen Panikmodus verfallen. Schnell sieht man sich in der Situation wieder, Teile des Portfolios zu verkaufen oder bereits verkauft zu haben. Doch genau solche Kursschwankungen infolge Krisen ermöglichen es Investoren, auf lange Sicht starke Erträge einzufahren. Es folgen fünf Hilfestellungen, wie Anleger im Angesicht des Coronavirus ihr Portfolio bewirtschaften sollten.

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Fünf Gründe gegen die Panik

Erstens: Verkaufen nach einem grossen Verlust ist historisch gesehen ein schlechter Entscheid. Es ist schwierig, einen grossen Tagesverlust zu absorbieren. Doch die Geschichte gibt uns zahlreiche Beispiele von starken Gegenbewegungen in den Tagen, die auf den Ausverkauf folgten. Dies geschah während den grossen Börsencrashs 1929 und 1987. Und auch während der Finanzkrise 2008 und 2009 folgten den Ausverkäufen grosse Kurssprünge.

Auch im Dezember 2018 verfielen viele Anleger in Panik und verpassten die Aufholrally. Panikverkäufe nach einem grossen Einschnitt bedeutet in der Regel, dass die Möglichkeit eines folgenden Kurssprungs ausgelassen wird. Ein Weg zurück in den Markt ist aus der Situation des Panikverkaufs viel schwieriger. Don't sell on red.

Zweitens: Anleger sollten nicht ihr langfristiges Vertrauen in den Aktienmarkt als solches verlieren. Auf- und Abwärtsbewegungen am Aktienmarkt sind seit jeher präsent. Der alleinige Fokus auf das Risiko am Aktienmarkt an einem einzelnen Tag, Woche oder Monat, kann jeden Anleger verunsichern und in den Panikmodus versetzen. 

Doch auf einen längeren Zeithorizont gibt es nur wenige Aktien, die tatsächlich Verluste verzeichnen. Beispiele hierfür sind der Öl- und Gasproduzent Devon Energy oder der Sportartikelhersteller Under Armour. In der Schweiz gehören Backwarenhersteller Aryzta, der Stahlkonzern Schmolz und Bickenbach und die Grossbanken UBS und Credit Suisse zu dieser Kategorie. Und: Der breite Markt hat auf lange Sicht noch nie verloren. Gerade in Perioden der Panik und des Ausverkaufs macht es Sinn zuzukaufen und am Ende als Gewinner dazustehen. 

Drittens: Grosse Punktverluste sind heutzutage keine grosse Sache mehr. Der Tagesverlust am Montag beim Dow Jones von 1031 Punkten und beim SMI von 398 Punkten erscheinen zwar gewaltig. Im Vergleich fällt der Kurseinbruch des Dow Jones von 508 Punkten am schwarzen Montag 1987 klein aus. Betrachtet man hingegen die relative Veränderung werden die Unterschiede deutlich. Der Dow Jones verlor 1987 22 Prozent an einem einzelnen Tag. Der Schweizer Index SPI sackte 11,5 Prozent ab und der frühere Bankvereinindex insgesamt 38,2 Prozent. Der Einbruch vom Montag ist im historischen Vergleich klein.

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Viertens: Es bietet sich gerade bei solchen Marktkorrekturen die Chance, günstig Aktien zuzukaufen. Während eines langen Bullenmarkts, wie es das letzte Jahrzehnt der Fall war, finden sich zahlreiche Investoren an der Seitenline wieder und warten auf eine gute Einstiegsmöglichkeit. Grosse Kurskorrekturen bieten eine gute Möglichkeit, Aktien aus der eigenen Wunschliste zu niedrigen Preisen zuzukaufen. Auch devensive Werte erscheinen aus dieser Perspektive relativ günstig. So verlor auch der Versicherungskonzern Zurich am Montag 4 Prozent. Den Kurs zum tiefst möglichen Preis zu kaufen, ist schwierig, doch zumindest hat man die Aktien nicht zum Höhepunkt gekauft.

Fünftens: Der SMI ist trotz des Einbruchs am Montag noch immer auf etwa dem Niveau von Ende 2019. Seit Anfang 2019 beläuft sich der Kursgewinn des SMI auf satte 26 Prozent. Der Kurseinbruch in dieser Woche kostet daher jeden Investor nur einen kleinen Anteil seiner Gewinne, die er über eine längere Zeitperiode angesammelt hat. Die gleiche Beobachtung gilt auch für den breiten Schweizer Index SPI oder den amerikanischen Dow Jones. So what?

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Dieser Text erschien zuerst auf cash.ch unter dem Titel «Virus-Angst: Fünf Gründe, die gegen Panikverkäufe sprechen».

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