Wie sind Sie in der Krise mit Ihrem Aktienportfolio umgegangen? Halten, verkaufen oder kaufen?
Birgit Schrowange: Halten, auf jeden Fall. Zusätzlich habe ich meine monatliche Sparrate erhöht und zugekauft. Natürlich, dafür muss man das nötige Kleingeld ­haben.

Werden Sie nicht nervös, wenn die Kurse fallen?
Früher habe ich oft kalte Füsse bekommen, habe hektisch verkauft und mich hinterher sehr geärgert. Mittlerweile behalte ich die Nerven. Denn ich weiss: An der Börse geht es langfristig immer nach oben.

Was hilft Ihnen noch?
Ich investiere ausserdem monatlich in gleichmässigen Beträgen, Kursschwankungen gleichen sich damit auf lange Sicht wieder aus. Im jetzigen Crash habe ich ein paar Blue Chips gekauft, die ich wahrscheinlich noch meinem Sohn vererben werde.

Welche denn?
Ich achte darauf, dass die Unternehmen gut wirtschaften, und wähle Firmen, die ich selbst mag. Zum Beispiel Apple, weil ich selbst ein iPhone verwende. Auch ganz spiessige wie die Deutsche Post, eine Al­lianz oder eine Münchner Rück. Im Crash bot sich jetzt die Gelegenheit, Adidas zu kaufen, deren Kurs mir vorher viel zu hoch war. Allerdings möchte ich warnen …

Wovor?
Ich würde niemandem empfehlen, Einzelaktien zu kaufen. Das mache ich jetzt, da ich schon eine gute Grundlage aufgebaut habe. Mit einem kleinen Teil meines Geldes zocke ich heute gerne ein bisschen. Aber das ist wie im Casino: Ist dieses Geld weg, ist es auch okay. Das Fundament meines Börseninvestments bilden viele unterschiedliche Fonds, aktiv gemanagte und ETF.