Ab Dienstag können die Anteile eines ersten Bitcoin-ETF (Exchange Traded Fund, ETF) an der New Yorker Börse gehandelt werden. Am nächsten Tag schon startet ein zweiter ETF mit dem Handel. Die US-Börsenaufsicht SEC hat nach jahrelangem Zögern nun grünes Licht gegeben. Dass die Behörde die Zulassung erteilt hat, ist ein weiterer Beweis dafür, dass Kryptowährungen wie Bitcoin immer mehr Teil des traditionellen Finanzmarktes werden. 

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Doch je mehr sich die Kryptowährungen dort einnisten, desto mehr steigt das Risiko am Finanzplatz. Kommt es zu einem Absturz der Bitcoin-Kurse, könnte es das künftig auch einen breiteren Anlegerkreis treffen und nicht nur einige wenige Spekulanten.

Im Falle des Bitcoin-ETF des amerikanische Anbieter ProShares stellt sich zudem die Frage, wie stark der Zusammenhang mit dem Bitcoin-Kurs ist. Der neue Bitcoin-ETF investiert in Futures. Dabei handelt sich um Terminkontrakte, die den künftigen Preis der Kryptowährung abbilden. Somit setzen die Anleger also nicht direkt Eins zu Eins auf den Bitcoin, sondern indirekt über Futures-Kontrakte.

Weshalb die SEC ausgerechnet jetzt eine Zulassung erteilt hat, könnte mit der Entwicklung der Kryptowährung zusammenhängen. Schliesslich wollten schon einige Krypto-Veteranen wie etwa die Winklevoss-Zwillinge bereits vor Jahren ein solches ETF-Angebot auflegen, scheiterten aber daran, dass es keine Bewilligung gab.

Mitspielen im grossen Game

Die Behörden zögerten wohl unter anderem so lange, weil sie sich wegen der starken Kursschwankungen Sorgen machten: Im Frühling lag der Bitcoin bei 60'000 Dollar, bis zum Sommer hatte er sich halbiert, jetzt steht er wieder bei über 60'000 Dollar. Zudem war den Regulatoren unwohl dabei, dass einige wenige Individuen wie etwa Tesla-Chef Elon Musk den Kurs der Kryptowährungen stark beeinflussen können.

Die wachsende Nachfrage der traditionellen Finanzwelt-Teilnehmer nach Kryptowährungen hat nun aber Wirkung gezeigt. So gesehen hat die SEC hat dem Wunsch der Anleger nachgegeben. Zumal es in einigen westlichen Ländern bereits Bitcoin-ETF-Konstrukte gibt, etwa in Kanada. Mit dem Einzug am weltweit führenden Börsenplatz, der Wall Street, nimmt das ganze Krypto-Spiel jedoch eine andere Dimension an. 

Trotz des jüngsten Kursschubs durch die Futures-basierten ETF wird der Bitcoin seinen schlechten Ruf nicht los. Kürzlich warnte die Bank of England wieder vor einem Kollaps, weil Spekulationen mit Kryptowährungen ungenügend geregelt seien. Mit dem startenden Handel der Bitcoin-ETF holt sich die Wall Street die Kryptowährungen ins Haus. Mit allen Chancen – aber auch allen Risiken. 

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Die Gründe, weshalb die Behörden so lange zögerten, liegen auf der Hand. Es sind die starken Kursschwankungen: Im Frühling lag der Bitcoin bei 60'000 Dollar, im Sommer noch knapp die Hälfte, jetzt wieder bei 60'000. Ganz zu schweigen von der Tatsache, dass einige wenige Individuen wie etwa Tesla-Chef Elon Musk den Kurs der Kryptowährungen stark beeinflussen können. 

Die SEC hat mit diesem Schritt dem Druck der Wall Street nachgegeben. In einigen westlichen Ländern gibt es bereits Bitcoin-ETF-Konstrukte. Mit dem Einzug an der Wall Street nimmt das jedoch eine andere Dimension an. SEC-Chef Gary Gensler scheint Kryptowährungen aus politischer Sicht zu kritisieren, hält sie aber als Kapitalanlage interessant. Doch der Bitcoin wird die Skepsis auch mit den ETF nicht los.

Kürzlich warnte auch die Bank of England wieder vor einem Kollaps, weil Spekulationen mit Kryptowährungen ungenügend geregelt seien. Mit dem heute startenden Handel der Bitcoin-ETF holt sich die Wall Street die Kryptowährungen ins Haus. Mit allen Chancen – aber auch allen Risiken. Mit der Beteiligung am grössten Kapitalmarkt würde der Aufprall umso heftiger sein.