Kaum je ist es so einfach, Steuern zu ­sparen, wie mit einer Einzahlung in die Säule 3a. Allerdings macht es kaum mehr Sinn, auf ein 3a-Konto Geld einzubezahlen, denn dort gibt es kaum noch Zinsen. Gut also, dass es 3a-Fonds gibt, die mit ­Aktienanlagen Geld verdienen.

Das Angebot an solchen Fonds ist vielfältig, allerdings sind viele davon so teuer, dass sie nicht empfohlen werden können. Sie überleben am Markt wohl nur, weil die Verkäufer dieser Produkte die Steuer­ersparnis derart in den Vordergrund rücken, dass die Kunden die Kosten nicht genügend stark berücksichtigen. Einen 3a-Fonds zu kaufen mit Kosten von über 1 Prozent – gemessen an der Total Expense Ratio (TER) – ist nicht ratsam. Wie in der Tabelle auf der nächsten Seite ersichtlich, sind aber relativ viele Produkte mit einer höheren TER auf dem Markt.

Natürlich sind die Kosten bei der Investition nicht das alleinige Kriterium. Aber unverständlich ist, warum ein auf Langfristigkeit ausgelegter 3a-Fonds mehr als 1 Prozent TER kosten soll. Vor allem auch, wenn keiner von diesen den Vergleichsindex über fünf Jahre geschlagen hat, wie die Analyse der Hochschule für Wirtschaft Freiburg ergeben hat. Abzulesen ist das in der zweitletzten Spalte der Tabelle. Die Zahlen mit dem negativen Vorzeichen bedeuten, dass die Fonds auf den Vergleichsindex Rendite eingebüsst haben. Nur fünf der Fonds haben in der Spalte ein positives Vorzeichen – jeder von ihnen hat eine TER von unter 1 Prozent.

Die günstigen Produkte kaufen

«Die Produkte sind insgesamt viel zu teuer», sagt Thomas Schudel, der die Studie für die Hochschule für Wirtschaft Freiburg erstellt hat. Dabei sind in der TER noch nicht alle Kosten enthalten. Das können etwa einmalige Ausgabe- oder Rücknahmekom­missionen sein, die manchmal bis zu 5 Prozent ­betragen.

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Quelle: HEG-FR/SWISS PENSION PERFORMANCE INDEX 3A
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Mit tiefen TER fallen vor allem sogenannte institutionelle Fonds auf. Das sind jene, die in der Tabelle mit einem Stern hinter dem Namen gekennzeichnet sind. Sie sind Privatanlegern nicht direkt zugänglich, sondern nur über Finanzinstitute. Dazu gehört der Anbieter Liberty. Über dieses Institut können die Fonds gekauft werden. Zur TER des Fonds kommt dann noch eine Depotgebühr hinzu, die rund 0,3 Prozent beträgt. Aber auch damit sind diese Fonds noch günstig. Das sieht auch Schudel so, der selber einen Fonds über Liberty gekauft hat.

In der Studie kommen nur Fonds vor, die schon mindestens drei Jahre am Markt erhältlich sind. Das schliesst vor allem einige mit aggressivem Aktien­anteil über 85 Prozent aus. «Insgesamt haben wir knapp zwanzig dieser aggressiven Produkte mit hoher Aktienquote auf dem Radar. Die meisten sind aber noch sehr jung, sodass es noch zu früh für eine Beurteilung ist», so Schudel. Immerhin gibt es einige mit dynamischem Aktienanteil. «Erstmals haben wir vier solche Fonds, die mehr als drei Jahre alt sind», sagt Schudel. Am besten von diesen hat der Raiffeisen Pension Invest Futura Growth I abgeschnitten. Er ist der Einzige, der schon über fünf Jahre alt ist. Die anderen werden vom Bewertungsmodell etwas abgestraft, weil sie noch nicht fünf Jahre alt sind.

Günstige Anbieter nutzen

Ebenfalls kommen in der Studie nur Produkte vor, die eine Wertschriftenkennung haben, eine sogenannte ISIN. Deswegen sind etwa Anbieter wie das VZ Vermögenszentrum, Viac und Descartes Finance nicht dabei. Das ist schade, denn deren Angebote glänzen alle mit Kostenquoten von unter 1 Prozent. Der günstigste Anbieter von den dreien ist Viac, bei dem die Kosten inklusive alles bei weniger als 0,6 Prozent liegen. Beim VZ Vermögenszentrum und bei Descartes Finance sind die Kosten leicht höher. Dazu sagt Adriano Lucatelli, Geschäftsführer von Descartes Finance, dass die unabhängige Beratungsfirma Zwei Wealth ihre Anlagebausteine bezüglich Rendite und Gebühren im Schweizer Vergleich als sehr gut bewerte.

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Der Autor selber hat 3a-Anlagen beim VZ Vermögenszentrum, bei Viac und überlegt sich, nächstes Jahr ein drittes Konto bei Descartes zu eröffnen.

Tipps für das richtige 3a-Sparen

Beiträge stets vor Jahresende

Die Einzahlung muss noch 2019 verbucht sein. Es ist daher ratsam, die Einzahlung mit Valuta einige Tage vor Jahresende in Auftrag zu geben wird, sodass die Zahlung noch rechtzeitig verbucht wird. Arbeitnehmer können dieses Jahr 6826 Franken in eine 3a-Lösung einzahlen.

Kleine Beträge gehen auch

Es muss nicht der Maximalbetrag in die Säule 3a einbezahlt werden. Es darf auch weniger sein, selbst kleinste Beträge bringen einen Spareffekt. Es gibt auch die Möglichkeit, Daueraufträge einzurichten und monatlich Beträge zu bezahlen.

Keine Angst vor Aktien

Je höher der Aktienanteil in der Säule 3a, desto höher sind die langfristig zu erwartenden Gewinne. Natürlich steigt mit dem Aktienanteil auch das Risiko von Kursverlusten. Aber wer seine 3a-Gelder noch mindestens 15 Jahre stehen lässt, muss sich darum wenig Sorgen machen. Für einen hohen Aktienanteil in der Säule 3a spricht auch, dass in der zweiten Säule meist schon hohe Obligationenanteile vorhanden sind. Die Pensionskassen haben meist Aktienquoten von unter 30 Prozent.

Unabhängige Plattformen

Hausbanken bieten meist nur eine eingeschränkte Auswahl an 3a-Produkten. Viele Produkte sind zudem eher teuer. Es lohnt sich ein Blick auf unabhängige Plattformen wie Liberty Global, das Startup Viac oder Descartes Finances.

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