Während das Partizipationszertifikat auf den CO2-Preis 1:1 mit dem Preis für die Emission von einer Tonne des Treibhausgases weiter nach oben geht – in den letzten fünf Wochen um bereits rund 15 Prozent – liegt das Hebel-Produkt auf Gold meilenweit im Minus.

Aber Anleger legen sich – soweit nicht schon geschehen – auch trotz der schönen Kursgewinne nach wie vor nicht nur CO2-Zertifikate ins Depot, sondern setzen auch auf Gold.

Georg Pröbstl ist Chefredaktor des Börsenbriefs Value-Depesche. Der Börsendienst ist auf substanzstarke unterbewertete Aktien mit guten Perspektiven aus Deutschland, Österreich und der Schweiz spezialisiert. Die jährliche Performance des Musterdepots seit Start im April 2010 beträgt +14,6 Prozent (DAX: +7,8 Prozent).

Transparenzhinweis: Der Autor berät Anlageprodukte. In diesem Beitrag besprochene Aktien können zum Anlageuniversum zählen.

Das Edelmetall und der Gold-Call im Depot bringen aktuell zwar Verlust. Doch deutliche Kurssteigerungen sind schon kurzfristig drin. Nach der Kursdelle im Juni um mehr als fünf Prozent hat Gold nicht nur konsolidiert, sondern legt seit Anfang Juli wieder zu.

Jetzt ist sogar die psychologisch wichtige Marke beim Widerstand um 1'800 Dollar je Unze wieder zum Greifen nah. Fällt die Hürde, ist der schnelle Weg frei in Richtung 1'850 Dollar. Das Hebelzertifikat mit aktuellem 35-Hebel würde sich dann ganz schnell verdoppeln.

Anzeige

Fundamental interessant ist das nach wie vor enorme Interesse der internationalen Notenbanken am gelben Metall. Seit Jahren sind die Zentralbanken auf der Käuferseite. Alleine im Mai bunkerten die Notenbanken weltweit netto weitere 56,7 Tonnen in ihren Tresoren.

Unter den Käufern mit weitem Abstand vorne lag die Zentralbank von Thailand. Die Banker dort bauten die Goldreserven nochmals um 46,7 Tonnen aus. Das waren 82 Prozent der Netto-Zukäufe im Zentralbanksegment. Goldnachfrage kommt auch aus Ankara.

Die Zentralbank dort hortete nochmals 8,6 Tonnen des Edelmetalls und sitzt nun auf Goldreserven von 415 Tonnen im Wert von mehr als 20 Milliarden Dollar. 

Angesichts der hohen Inflation im Land am Bosporus ist die Flucht der Zentralbank in eine solide Anlage wenig überraschend. Erstaunlich dagegen ist schon nach wie vor der hohe Bestand an Gold hierzulande.

1040 Tonnen Nationalbank-Gold

Dass die Bürger in den USA mit 330 Millionen Einwohnern weltweit mit insgesamt 8133 Tonnen auf den grössten Goldreserven weltweit sitzen und das China bei 1,4 Milliarden Einwohnern Goldreserven von 1948 Tonnen hortet, ist noch nicht einmal überraschend.

Aber in Relation dazu liegen in der Schweiz bei nur acht Millionen Einwohnern gewichtige 1040 Tonnen. Der Goldbestand pro Kopf ist damit hierzulande etwa fünfmal so hoch wie in den Vereinigten Staaten und etwa 20 Mal so hoch wie in China. Gold auf jeden Fall ist nach wie vor begehrt und die Charttechnik verspricht für spekulativ orientierte Anleger schon kurzfristig Kursgewinne.

Im Schlepptau von Gold sind dann aber ebenfalls auch Kurssteigerungen bei Silber zu erwarten. Möglicherweise sind dabei dann mit dem Edelmetall Nr. 2 sogar wie in den letzten Monaten erneut überproportionale Kursgewinne drin.

Anzeige

Silber ist jetzt nämlich obendrein von der unteren Begrenzungslinie des Aufwärtstrends aus 2020 nach oben abgeprallt. Da sind schnelle Kursssteigerungen von fünf bis zehn Prozent möglich