Stada: unverändert seit Jahresanfang. Medion: Kursstillstand seit dem Jahreswechsel. Auch die Aktie von Uniwheels hat sich in den letzten drei Monaten kursmässig kaum bewegt. Die internationalen Aktienindizes dagegen haben im selben Zeitraum 20 Prozent und mehr verloren.

Dann die Volatilität: Während es der SMI oder der Dax aktuell auf eine Volatilität zwischen 40 und 50 Prozent bringen, beträgt dieses Mass für die Kursschwankungen bei Uniwheels aktuell nur 11,5 Prozent. Die beiden Indizes schwanken damit etwa viermal stärker als die Aktie des Herstellers von Aluminiumrädern. Geringere Kursausschläge sind gleichzeitig auch ein Zeichen von geringerem Risiko. Uniwheels ist damit zumindest schon einmal aktuell deutlich weniger riskant als der SMI oder der Dax.

Stada und Medion mit geringer Volatilität…

Relativ geringe Volatilitäten und damit geringe Kursschwankungen zeigen auch Medion und Stada. Die Aktien des Elektronik-Konzerns und des Pharmaunternehmens kommen bei dieser Kennzahl aktuell auf Werte von 13 und von 29 Prozent.

Die genannten Titel haben neben einer relativ geringen Volatilität oder einem stabilen Kursverlauf trotz Corona-Krise noch eine Gemeinsamkeit: Es handelt sich dabei um Unternehmen mit Garantiedividende.

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… und hoher Dividendenrendite

Neben relativ geringem Risiko und einem guten Schutz vor allzu starken Kursrückschlägen bieten Garantiedividenden noch einen Vorteil: Dort bekommen Anleger nicht selten garantierte jährliche Dividenden von vier, fünf oder auch sechs Prozent.

Solche garantierten Zahlungen sind insbesondere im Nachbarland Deutschland eine Spezialität am Aktienmarkt. Hält dort ein Mehrheitsaktionär mehr als 75 Prozent der Aktien an einem Unternehmen, dann kann er mit diesem einen sogenannten Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag (BuG) abschliessen.

Die Barabfindung sichert den Kurs nach unten ab…

Das bedeutet: Der Mehrheitseigner kann sich dadurch mehr oder weniger den gesamten Gewinn oder auch die Vermögenswerte des beherrschten Unternehmens einverleiben. Im Gegenzug dazu muss er aber an die verbliebenen Kleinaktionäre bei Abschluss des BuG eine Barabfindung zahlen. Diese Abfindung wird von einem Gutachter oder im Streitfall auch von einem Gericht festgelegt.

So eine Barabfindung ist für die verbliebenen Kleinanleger, die ihre Aktien nicht an den Grossaktionär verkaufen wollen, eine gute Orientierung für den Wert des Unternehmens. Insbesondere in Krisenzeiten ist das dann gleichzeitig oft ein guter Schutz vor allzu starken Kursverlusten.

… und ein Vertrag garantiert hohe Dividenden

Die Kleinanleger, die ihre Aktien nicht an den Mehrheitseigner verkauft haben, erhalten während der Laufzeit des BuG – es kann auch viele Jahrzehnte laufen – eine jährliche Ausgleichszahlung, die sogenannte Garantiedividende. Auch diese wird von einem Gutachter oder nötigenfalls von einem Gericht festgelegt und orientiert sich insbesondere an der Gewinnentwicklung und der Substanz des beherrschten Unternehmens.

Und diese garantierten Dividenden sind häufig überdurchschnittlich hoch. Bei Stada (ISIN: DE0007251803) erhalten Anleger beispielsweise 4,1 Prozent pro Jahr. Die Zahlung ist auch dann fällig, wenn das Unternehmen einmal keine besonders guten Geschäfte machen sollte. Der Grossaktionär garantiert die Zahlung eben im Rahmen eines BuG.

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Hohe Renditen und worauf Anleger achten sollten…

Noch mehr Rendite als bei Stada ist bei Medion drin. Dort bekommen die Kleinaktionäre eine Garantiedividende von 5 Prozent im Jahr. Noch mehr gibt es bei Pilkinton (ISIN: DE0005588008)  oder Uniwheels (ISIN: DE000A13STW4). Beim Glashersteller und Räderbauer gibt es 5,2 respektive und 5,3 Prozent Rendite.

Richtig verwöhnt werden Anleger bei Alba (ISIN: DE0006209901) und der Euwax (ISIN: DE0005660104). Dort erhalten Anleger eine garantierte Dividende von 6,1 respektive 6,5 Prozent im Jahr. Trotz der attraktiven Zahlungen müssen Börsianer vor dem Einstieg ein paar Dinge beachten.

Vorsichtige Anleger kaufen nur Aktien mit Garantiedividende, wenn der Kurs nicht allzu weit über der Barabfindung liegt. Denn Mehrheitsaktionäre können einen BuG auch kündigen. Liegt der Kurs dann zu weit über die Barabfindung, scheint so eine Aktie relativ teuer und die Rückschlagsgefahr ist entsprechend hoch.

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… und Orders limitieren

Euwax beispielsweise kostete Anfang 2018 noch 90 Euro und damit mehr als doppelt so viel wie die Barabfindung von 40,82 Euro. Damals war auch die Garantiedividende von 3,26 Euro wegen des hohen Kurses mit etwa 3,5 Prozent nicht besonders hoch. In den letzten zwei Jahren allerdings hat sich der Kurs halbiert und jetzt ist Euwax wegen seiner hohen Dividende attraktiv.

Da die Aktien von Firmen mit Garantiedividenden oft nur an Regionalbörsen gehandelt werden, ist das Handelsvolumen an der Börse in solchen Titeln oft gering. Die Spanne, der sogenannte Spread, zwischen Geld- und Briefkurs ist teils sehr hoch. Bei den Dahlbusch Stammaktien (ISIN: DE0005213003) beispielsweise liegt der Geldkurs – zu diesem will ein Anleger die Aktie kaufen – bei 330 Euro. Der Briefkurs, zu dem ein Anleger verkaufen möchte, liegt dagegen bei 440 Euro. Der Spread beträgt damit rund 30 Prozent. Bei der Vorzugsaktie des gleichen Unternehmens liegt der Spread sogar bei über 100 Prozent. Der Geldkurs beträgt aktuell nämlich 480 Euro, der Briefkurs dagegen 1000 Euro. Da hilft nur eins: Mit Limit ordern und solche Titel langsam bei Kursen wenn möglich unter der Barabfindung einsammeln.

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Garantiedividenden

Unternehmen

ISIN

Kurs

Garantiedividende

Rendite

Barabfindung

Stada

DE0007251803

86,50 €

3,53 €

4,1%

74,40 €

ADM Hamburg

DE0007269003

290,00 €

13,58 €

4,7%

219,36 €

Medion

DE0006605009

13,90 €

0,69 €

5,0%

13,00 €

Pilkington

DE0005588008

370,00 €

19,30 €

5,2%

344,00 €

Uniwheels

DE000A13STW4

62,00 €

3,23 €

5,2%

62,18 €

Dahlbusch St.

DE0005213003

330,00 €

16,04 €

4,9%

356,73 €

ALBA SE

DE0006209901

57,00 €

3,25 €

5,7%

46,38 €

Dahlbusch Vz.

DE0005213037

480,00 €

31,97 €

6,7%

708,65 €

Euwax

DE0005660104

49,80 €

3,26 €

6,5%

40,82 €

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Georg Pröbstl ist Chefredaktor des Börsenbriefs Value-Depesche. Der Börsendienst ist auf substanzstarke unterbewertete Aktien mit guten Perspektiven aus Deutschland, Österreich und der Schweiz spezialisiert. Die jährliche Performance des Musterdepots seit Start im April 2010 beträgt +14,6 Prozent (DAX: +7,8 Prozent).

Transparenzhinweis: Der Autor berät Anlageprodukte. In diesem Beitrag besprochene Aktien können zum Anlageuniversum zählen.